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Musiktheater im Revier

Reformhaus Lutter schlägt Brücken zum Reformator

Gelsenkirchen Schauspieler Horwitz kennt man von Film und Fernsehen – in Komiker- und Schurkenrollen. Dass er viel mehr kann, nämlich singen, tanzen, Musikpartituren lesen, Stücke schreiben und inszenieren, beweist er in einer Revue.

Reformhaus Lutter schlägt Brücken zum Reformator

Dominique Horwitz im Reformhaus Lutter. Foto: Müller Girod

Sein „Reformhaus Lutter“, das im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen Premiere gefeiert hat, handelt vordergründig von der Idee, ein heutiges Reformhaus, das er geerbt hat, aufzumöbeln; aber daran scheitert er. Dabei tauchen hintergründig Parallelen zum Reformator Martin Luther auf, sein Gewittererlebnis, sein Scheitern vor der Kurie, seine berühmten Zitate. Das Premierenpublikum war ebenso verwirrt wie begeistert, denn eine so irrwitzige Revue hat es wohl noch nie gesehen und erlebt.

Zitate aus der Lutherzeit

Auf der Hinterbühne spielt sich synchron ein musikalisches Kaleidoskop ab: Orchester und Chor parodieren das Geschehen auf der Vorderbühne – mit einer Vielfalt von Zitaten von der Lutherzeit bis zur Gegenwart, von Chorälen bis zu Rock und Pop. Das Faszinierende daran ist, dass szenisches und musikalisches Geschehen auf die Sekunde genau synchron zusammenfallen. Das ist von Horwitz erstaunlich präzise erfunden, und von Generalmusikdirektor Rasmus Baumann, Sängern und Musikern wird es artistisch ausgeführt

Die Frage, die Horwitz uns stellt, ist so leicht nicht zu beantworten: Liegt erst im Scheitern der Gewinn? Seine Frau im Stück, die Leonie (hervorragend gemimt und gesungen von Sopranistin Petra Schmidt) beschließt am Ende, ihren Jörg Lutter zu verlassen. Katharina, Martin Luthers Frau, tat das ja nicht.

Termine: 19.11., 9.12.; Karten: Tel. (0209) 4097200.

www.musiktheater-im-revier.de

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