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Reise nach Italien mit Anja Harteros

13. Opernball in Dortmund

Die Temperaturen fühlen sich anders an in einer italienischen Nacht. Aber im Dortmunder Opernhaus feierten am Samstagabend 800 Festgäste mit den Theater- und Konzertfreunden eine rauschende, heiße, italienische Ballnacht. Der 13. Opernball verführte mit "Dolce vita" - auf dem Teller, an Austern- und Champagnerbar, Roulettetisch und auf der Bühne.

DORTMUND

von Von Julia Gaß

, 17.06.2012
Reise nach Italien mit Anja Harteros

Anja Harteros war der umjubelte Stargast im Dortmunder Opernhaus.

Eine Reise ins Opernland Italien haben Opernintendant Jens-Daniel Herzog und Hausregisseurin Katharina Thoma im Bühnenprogramm inszeniert und dabei Stargast Anja Harteros wunderbar in Szene gesetzt. Eine andere, modernere Handschrift als bei vorherigen Bällen hatte dieser humorvolle Urlaub eines Stadtverwaltungs-Beamten mit vielen Spitzen in Richtung Lokalpolitik und Musik von Rossini, Verdi, Donizetti, Strauß und Strawinsky. Am Schluss war aber auch diese Sehnsuchtsreise mit einem optisch prächtigen Kostüm-Maskenball von Verdi und einem ausgelassenen "Volare" mit Goldvorhang und unter Gold-Luftschlangen glamourös. Vier große Arien sang Anja Harteros und berührte sofort zu Beginn mit einem bravourös in den Saal gehauchten "O mio babbino caro". Glühen ließ die 39-Jährige ihre Stimme in der großen Arie aus Verdis "Trovatore" und berührend fließen in der Abschiedsarie der Traviata. Wie leicht Anja Harteros Spitzentöne ansetzt, wie makellos und ausdrucksstark ihr als "Stradivari der Stimmen" gefeierter Sopran klingt, war ein Genuss. Opernchor, Dortmunder Ensemblemitglieder, der Knabenchor der Chorakademie und die Philharmoniker unter Leitung von Lancelot Fuhry spielten und sangen mit viel Esprit. Hannes Brock war der launige Italien-Tourist und Reiseleiter, der in der kleinen Italiengeschichte unter Pinien als Schattentheater Strawinskys "Pulcinella"-Geschichte träumt, in einem Dorf Spaghetti serviert bekommt und die Mafia, Caribinieri, einen Macho und sechs niedliche Kätzchen kennen lernt. - Immer auf der Suche nach der gestohlenen Handtasche von Anja Harteros. Wie in Wien hieß es mit Einzug von 54 Debütanten nach dem Souper dann auch in Dortmund auf der Bühne "Alles Walzer". In den Foyers spielten Bands zum Tanz, und das Ballett zeigte in der Mitternachtsshow ab ein Uhr noch einmal die Bigonzetti-Choreografie "Cantata" mit Tänzerinnen außer Rand und Band. Ausverkauft war der Ball, der mit venezianischen Masken und Gondoliere auch in die Foyers italienisches Flair brachte, in diesem Jahr nicht. Der späte Termin außerhalb der Ballsaison war nicht ganz glücklich. Das ist 2014 wieder anders geplant.