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Ruhrfestspiele Recklinghausen

Rittberger-Uraufführung "Lasst euch nicht umschlingen" kann nicht überzeugen

RECKLINGHAUSEN Zur Geschichtsstunde von Kevin Rittberger fanden nur wenige Zuschauer den Weg ins Theaterzelt in Recklinghausen: Die Uraufführung "Lasst Euch nicht umschlingen ihr 150 000 000!" präsentierten die Ruhrfestspiele als Koproduktion mit dem Schauspiel Frankfurt.

Rittberger-Uraufführung "Lasst euch nicht umschlingen" kann nicht überzeugen

In Aktion: Oliver Kraushaar mit Lisa Stiegler bei den Ruhrfestspielen.

Dramatiker Rittberger hat sich wieder auf Spurensuche begeben, entstanden ist ein von ihm selbst inszeniertes monologlastiges Triptychon. Es geht um Revolution und Gesellschaftsmodelle. Schon der Titel spielt auf Majakowskis Poem "150 Millionen" an. Vorgeführt werden drei Gesellschaftszustände: Den Anfang macht der Kapitalismus im Endstadium. Für ein Shooting fällt ein Fotograf einen Palmenhain und glaubt, dass die Zeit reif ist für die Revolution.Wortmüll Damit sein Model die richtigen Posen einnimmt, macht Oliver Kraushaar als Fotograf "Scheißansagen" und auch Franziska Junge als Fotoobjekt darf Wortmüll ausstoßen. Dazwischen geschnitten sind Vorträge über Anarchie und Kommunismus, die Andreas Uhse als alter Los-Verkäufer hält. Der zweite Teil ist der Utopie aus William Morris' Roman "News from Nowhere" gewidmet. Im Barden-Look mit Mireille-Mathieu-Frisur bevölkern glückliche Menschen mit Dauergrinsen die Szene.Gesellschaft im Umbruch Zum Abschluss geht es nach Tunis im August 2011. Über die Gesellschaft im Umbruch klärt uns Lisa Stiegler als Europäerin auf. Der Geschichtsreigen vom kurzen Sommer der Anarchie 1936 in Spanien bis hin zum arabischen Frühling kann nicht überzeugen. Die Figuren sind mehr Klischee als Charaktere, das dramatische Spiel ist dürftig, scheinen die Monologe doch mehr ans Publikum als an die Protagonisten auf der Bühne gerichtet zu sein.

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