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Römermuseum eröffnet am Samstag in Xanten

XANTEN Römerinnen rochen gut. Den Duft ihrer schweren Rosen-Parfums zu schnuppern und ihren kultivierten Lebensstil er bestaunen, das gehört zu den Erfahrungen, die das neue RömerMuseum in Xanten bietet.

Römermuseum eröffnet am Samstag in Xanten

Das Modell eines Plattbodenschiffs kann im Römermuseum Xanten bewundert werden.

Den Archäologischen Park Xanten (APX) inklusive Hafentempel und Steinschleuder kennt fast jeder. Über 300 000 Besucher jährlich sprechen für sich. Das neue RömerMuseum liegt dagegen etwas abseits des Parks und eröffnet am Samstag. Der Landschaftsverband Rheinland hatte das Haus seit 2005 gebaut, um endlich die wunderbaren Fundstücke aus der Colonia Ulpia Traiana, der römischen Metropole auf dem Gebiet des heutigen Xanten, präsentieren zu können. 22,5 Millionen Euro hat die graue Blechschachtel gekostet – eine schon vor der Eröffnung preisgekrönte, genial einfache Hülle mit einem spektakulären Innenleben.70 Meter lange Halle Verblüfft betritt der Besucher einen 70 Meter langen und 20 Meter hohen Raum. Exakt so groß war die Eingangshalle der römischen Thermen, auf dessen Fundamenten der Neubau steht. In der Antike frönten hier täglich 10 000 Einwohner dem Badespaß. „Ein phantastischer Riesenraum“, erklärt Dörte Gatermann, die Architektin des Neubaus. Die antiken Dimensionen wollte sie in ihrem modernen Bau erfahrbar machen. Sie verzichtete deshalb auf Zwischendecken. Stattdessen scheint eine Rampe in der Halle zu schweben. Auf diesem „Zeitband“ mit 1900 Quadratmetern Ausstellungsfläche steigt der Besucher bequem von der Ära Cäsars zur Frankenzeit empor – vorbei an so spektakulären Exponaten wie einem drei Tonnen schweren Plattbodenschiff, das von der Decke hängt, oder an der winzigen Siegesgöttin Victoria (Foto), dem Symbol des Museums. Das renommierte Atelier Brückner hat spannende Erfahrungsräume inszeniert, in denen die Besucher immer wieder Schatzkisten öffnen oder einer Germanin (vom Tonband) zuhören dürfen.Stummer Diener Die überlegene Waffentechnik der Römer, mit der sie 70 n. Chr. den Aufstand der Bataver niederschlugen, ist ebenso zu sehen wie die luxuriöse Wohnkultur, die nach der Gründung der römischen Colonia im Jahr 99 n. Chr. Einzug hielt. Absoluter Höhepunkt ist der „Lüttinger Knabe“ – eine zarte Bronzeskulptur, die einst als „stummer Diener“ ein Tablett hielt. Das Berliner Pergamon-Museum hat diese Kostbarkeit ausgeliehen – leider nur für die nächsten eineinhalb Jahre. Es gehört zu den Treppenwitzen der Geschichte, dass die archäologische Zone Xantens von einer Bundesstraße durchschnitten wird. Die Umgehungsstraße werde jedoch bald eröffnet, versprach APX-Leiter Martin Müller. Erst dann wird das Museum zu einem Teil des Parks werden können. „Das ist in Europa einzigartig, dass eine Bundesstraße wegen eines Bodendenkmals verlegt wird“, so Müller. Allerdings hat es auch 30 Jahre gedauert.  Familienfest zur Eröffnung:RömerMuseum, Siegfriedstraße 39, Xanten, geöffnet März-Oktober tgl. 9-18 Uhr, November 9-17 Uhr, Dezember bis Februar 10-16 Uhr, Eintritt Erw. 5 Euro (erm. 4 Euro), Kinder und Jugendliche 2,50 Euro. Kombiticket Museum und Park 9 Euro (erm. 6 Euro), Kinder und Jugendliche 6 Euro. Achtung: Zum Museum nicht den Parkplatz des Archäologischen Parks nutzen, sondern den Parkplatz der Großen Thermen! Am Samstag (16.8., 11-18 Uhr, Eintritt frei) und am Sonntag (17.8., 10-18 Uhr) großes Familienfest zur Eröffnung des Römermuseums mit vielen Attraktionen.

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