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Roy Hargrove beim Audi-Fine-Art-of-Jazz-Festival

KÖLN Seine Stärke ist die Verwandlung. Man kann sich bei Roy Hargrove nie ganz sicher sein, welchen Stil er spielen wird. Nur höchste Qualität, die garantiert der mittlerweile 38-jährige Trompeter zuverlässig.

Roy Hargrove beim Audi-Fine-Art-of-Jazz-Festival

Trompeter Roy Hargrove beim Festival in Köln.

Das war beim ersten Audi-Fine-Art-of-Jazz-Festival in den Kölner Spichernhöfen nicht anders. Auch dort streifte er mit seinem glänzend aufgelegten Quintett durch stilistische Felder. Das dreitägige Festival setzte vor allem auf traditionellen Jazz: Freddy Cole, der Bruder des berühmten Nat, Roberta Gambarini, zwei Klaviertrios aus der hochkarätigen Kölner Szene mit den Pianisten Benjamin Schäfer und Thomas Rückert, oder das Zusammenreffen von Paul Kuhn mit der 86-jährigen Harmonika-Legende Toots Thielemans. Am Ende stand bei Hargrove eine Version von Sam Cookes Soul-Klassikers „Bring it on home to me“, in der er fast an Lester Bowie erinnerte. Begonnen hatte er mit einer Verbeugung vor Art Blakey – „I am not so sure“. Auch wenn das musikalisch weit auseinander liegen mag, der Trompeter macht sich das jeweilige Vokabular zueigen und drückt ihm seinen Stempel auf. Das gilt auch, wenn er mit seinem Altsaxofonisten Justin Robinson zurück in die Klangwelt der Hancock-Quintette der 60er Jahre reist, oder sich gar an die Adderley-Brüder erinnert.

Die wunderschönen Balladen, „Speak low“ oder „Joy is sorrow unmasked“, spielte er auf dem Flügelhorn, manchmal kam dann eine sehr interessante zweite Stimme vom Saxofon. Auch sonst ergänzten sich die beiden Solisten großartig. Robinson zieht seine Soli oft an geplanten Linien entlang. Wie ein Architekt auf dem Reißbrett. Aber er kann damit vor allem die Spannung gewaltig steigern. Montez Coleman am Schlagzeug lässt sich ekstatisch mitreißen. In solchen Momenten wird deutlich, wie wenig er auf vorgefertigte Kombinationen angewiesen ist. Benjamin Schaefer spielte mit seinem Trio sehr schöne Balladen, die suggestiv Bilder von Landschaften oder die Vorlage eines Films umsetzten. Da wurde wieder einmal deutlich, wie traurig es ist, dass in NRW ausgebildete großartige Jazzmusiker, hier so wenige Spielmöglichkeiten bekommen. Dafür auch ein Lob an das Festival.

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