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RuhrTriennale: "Spurensuche" mit Musikern aus 25 Nationen

DUISBURG Ein deutsches Lied war Pflichtübung. Die Latinas bauten „Ein Männlein steht im Walde“ ein. Die Ukrainerin sang „Maria durch ein' Dornwald ging“. Letztlich bloß ein artiger Knicks in einem Programm exotischer Klänge. In der Duisburger Gebläsehalle teilten sich Musiker aus 25 Nationen die Bühne. Afghanen, Marokkaner, Brasilianer, Afrikaner, Albaner, Iraner. „Spurensuche“ hat man drei Konzerte der RuhrTriennale genannt und allerlei Überbau zu Heimat, Gastland, Tradition formuliert. Gut gemeint, doch unnötig: Musiker aus NRW spielen die Lieder ihrer Väter – das ist uns Legitimation genug, damit die RuhrTriennale dafür die Bühne stellt.

RuhrTriennale: "Spurensuche" mit Musikern aus 25 Nationen

Mariana Sadovska verhexte das Publikum mit Liedern aus ihrer ukrainischen Heimat.

Schön, dass wir einen temperamentsprühenden Wildfang wie Mariana Sadovska an Bord des NRW-Kulturdampfers haben. Sie verhexte das Publikum am Freitag mit Liedern ihrer ukrainischen Heimat. Zu Brummklängen des Akkordeons jauchzt sie lange Vokale in die Höhe. Naturbeschwörungen, sagt sie: Lieber Frühling, komm herbei! Sie trällert mit zartem Vibrato und es liegt so viel Süße und Unschuld in dieser Stimme, das es einen tief drinnen anrührt. Dann malt Sadovska mit Stimmfarbe, keift, keckert, grollt, steigert sich in den akustischen Veitstanz einer Hexen-Walpurgisnacht. Das hat flackernde Flamme und ist jeden Beifall wert. Maryam Akhondy und ihr Frauenchor „Banu“ präsentierten Lieder aus dem Iran. Weltschmerz-Meditationen, die durch zwei Trommeln und ein Saiteninstrument eine geschmeidig federnde Note bekommen. Nach solchen Ekstase-Mantras würden sich Techno-Produzenten die Finger lecken. Mehr Musiker steigen ein, bis beim Hochzeitslied die Bühne bebt.

War Eda Zari von so viel Wucht verschüchtert? Die albanische Sängerin wirkte gehemmt, sang mit angezogener Handbremse. Und war vermutlich froh, von Solisten wie dem Perkussionswunder Rhani Krija aufgefangen zu werden. Chocolate com Laranja, ein a capella-Quartett, trumpfte mit dem sonnigen Naturell Südamerikas auf. Wenn dazu die Ukraine jodelt und der Iran „jallert“, dann erfüllt sich doch noch das Versprechen vom Karneval der Kulturen. 

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