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Ruhrgebiet jubelt über ersten Erfolg

Bewerbung als Weltkulturerbe

Jubel bei der Stiftung Industriedenkmalpflege in Dortmund. "Wunderbar! Wir freuen uns", sagte Sprecherin Marita Pfeiffer am Tag nach der Entscheidung der Jury, die "Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet" als einzigen Kandidaten des Landes NRW für den Weltkulturerbe-Titel der Unesco vorzuschlagen (wir berichteten). "Jetzt müssen wir das Projekt weitertragen in die Bevölkerung."

DORTMUND

von Von Bettina Jäger und dpa

, 29.06.2012
Ruhrgebiet jubelt über ersten Erfolg

Der älteste Hochofen des Reviers steht in der Henrichshütte Hattingen.

Karola Geiß-Netthöfel als Direktorin des Regionalverbandes Ruhr (RVR) zeigte sich optimistisch: "Wir sind sehr froh und rechnen uns gute Chancen aus, jetzt auch die zweite Runde zu schaffen." Mit einer positiven Nachricht hatten zwar alle Beteiligten gerechnet. "Wir haben aber nur gehofft, dass das Ruhrgebiet einer von zwei Vorschlägen werden würde", verriet Christiane Spänhoff vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der vier der 20 vorgeschlagenen Kulturstätten als Museen betreibt. Dass die Jury sich am Donnerstagabend - sehr ungewöhnlich - allein für das Ruhrgebiet aussprach, nannte Ursula Mehrfeld als Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege ein "klares Signal".Das "Lücken-Rezept" hat funktioniert Die Stiftung, die von der Dortmunder Kokerei Hansa aus das Projekt organisiert, hatte auf das "Lücken-Rezept" gesetzt. Das industrielle Erbe ist nämlich auf der internationalen Liste der 900 Welterbestätten (davon 36 in Deutschland) unterrepräsentiert. Auch der Netzwerkcharakter, also die Bewerbung einer ganzen Gruppe von Sehenswürdigkeiten, gilt momentan als vorteilhaft. Deshalb hatte die Jury in ihren sorgfältigen Begründungen den Initiatoren des abgelehnten Vorschlages Müngstener Brücke empfohlen, sich mit anderen technischen Bauwerken zusammenzutun.Kritische Prüfung der 20 Kulturstätten

Doch wie geht es nun im Revier weiter? "Kritisch und ehrlich" will die Stiftung Industriedenkmalpflege alle vorgeschlagenen Kulturstätten überprüfen, denn die Vorgaben der Unesco sind sehr streng. Bis die Kultusministerkonferenz 2013 einen einzigen deutschen Vorschlag kürt, muss diese Untersuchung abgeschlossen sein. Problematisch könnte es dem Vernehmen nach bei der Hattinger Henrichshütte aussehen, die isoliert in einem Gewerbegebiet liegt.Kein Konflikt mit der wirtschaftlichen Entwicklung

Marita Pfeiffer zerstreute Bedenken, mit dem angestrebten Erbe-Titel kämen Probleme auf das Ruhrgebiet zu. Alle 20 Kulturstätten seien schon denkmalgeschützt. Pfeiffer: "Es gibt keinen einzigen Beleg dafür, dass die wirtschaftliche Entwicklung durch den Denkmalschutz behindert worden ist."