Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Tana French

Schattenstill

730 Seiten sprachgewaltige Seiten über Sprachlosigkeit. Abertausende gut gewählte Wörter über Unausgesprochenes, Unaussprechliches.

Schattenstill

Tana French hat auch ihr neuestes Werk einen Kriminalroman genannt, und mit "Schattenstill" eine überaus fesselnde und spannende Story hingelegt, die am Ende auch mit der Lösung eines Falles und einem Täter daherkommt.Blutige Ende einer Familie

Zu Beginn graust den Leser das blutige Ende einer glücklichen Familie: Zwei Kinder liegen erstickt in ihren Bettchen, die Eltern brutal niedergestochen in der Küche ihres schnuckeligen Einfamilienhauses. Aber: Was die Ermittler Mick Kennedy und sein junger Kollegen Richie nach dieser unfassbaren Tat vorsichtig ans Tageslicht puzzeln, dient zwar der Aufklärung eines Verbrechens, nimmt den erschrockenen Leser gleichzeitig mit auf eine Reise durch mehrere Familiengeschichten - weit voneinander entfernt und einander doch so nah.Nur Unglückliche

In Broken Harbour, der Geisterstadt voller Bauruinen am Meer, in der das junge Paar seinen Traum von einem perfekten Familienleben realisieren wollte, holt Mick Kennedy seine eigene Familiengeschichte wieder ein. Broken Harbour ist auch für ihn kein Ort für glückliche Camping-Urlaub-Erinnerungen. Und ganz offenbar hat die Umwandlung von Broken Harbour in ein neues Wohnviertel niemanden glücklich gemacht.Thriller-Qualität

Spannend wie ein Thriller, durch den man sich mit angehaltenem Atem hechelt, zart wie ein Liebesroman, den man nicht ohne Taschentuch zur Hand nimmt, analytisch wie ein tiefenpsycholgisches Werk über Familienleben und verklärte Vorstellungen davon. Und das alles in einer Sprache, die im Krimi-Genre nicht allzu häufig anzutreffen ist.Großartiges Buch

Nach 730 Seiten ist der Fall gelöst, und der beeindruckte Leser bleibt voller Mitgefühl zurück: mit den Toten, mit den Überlebenden, mit den Schuldigen und den Unschuldigen. Auch mit den Ermittlern, die dieser Fall weiter als an ihre Grenzen gebracht hat. Ein großartiges Buch, nicht nur für Krimifans.

Tana French: Schattenstill, Scherz, 16,99 Euro, ISBN 978-3-502-10223-6.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Buchkritik

Maurizio de Giovanni: „Frost in Neapel“

Maurizio de Giovanni lässt in „Frost in Neapel“ Polizist Lojacono bereits in seinem vierten Fall in der Stadt am Fuße des Vesuvs ermitteln. Im kältesten Winter seit Jahrzehnten wird in der Stadt am Mittelmeer ein Geschwisterpaar umgebracht.mehr...

Buchkritik

Edward Gorey: „Das kleine ABC vom Unglück“

„A ist für Alma, zum Sturze ward ihr Lauf. B steht für Bruno, den fraßen Bären auf. C steht für Claire, die an Schwindsucht verblich.“ So beginnt „Das kleine ABC vom Unglück“, mit dem Edward Gorey ein Büchlein zusammengestellt hat, das vor düsterer Ironie nur so trieft.mehr...

Die Gäste der Eröffnungsfeier

Das trägt die Berlinale

Berlin Vom klassischen weißen Kleid über die Glitzer-Robe bis zu Turnschuhen war bei der Eröffnung der Berlinale am Donnerstag jeder Stil auf dem roten Teppich vertreten. Keine Spur von schwarzer #MeToo-Anteilnahme?mehr...

Teenie-Star auf der Berlinale

Pippi-Western „Damsel“ mit Robert Pattinson erstaunt

BERLIN Kein Bär in der Prärie: Am ersten Wettbewerbstag der Berlinale verblüfft der Ex-Vampir Robert Pattinson in einem schrägen Western mit Zwergpony. „Damsel“ ist zugleich der erste Beitrag des Festivals zur MeToo-Debatte.mehr...

Auf Deutsch erschienen

Das Buch „Feuer und Zorn“ lüftet Geheimnis um Trumps Frisur

HAMBURG Mit einer Auflage von 300.000 Exemplaren ist das Buch „Feuer und Zorn“ von Michael Wolff auf Deutsch erschienen. Es lüftet nicht nur, aber auch das Geheimnis um die Frisur des US-Präsidenten.mehr...

„Marquise von O“ in Mülheim

Kleists Beitrag zur „MeToo“-Debatte zieht junge Zuschauer in ihren Bann

MÜLHEIM Esther Hattenbach gelingt in Mülheim mit der „Marquise von O“ eine virtuose und spannende Inszenierung – nicht nur für ein jugendliches Publikum.mehr...