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Schauspielschüler aus Bochum und Ramallah stehen auf der Bühne

Gemeinsames Projekt

Deutsche und palästinensische Schauspielschüler stehen gemeinsam auf einer Bühne. Sie gehen eine Symbiose ein, obwohl sie in der eigenen Sprache sprechen. Die Inszenierung "Irgendwo müsste es schön sein" macht das in den Bochumer Kammerspielen möglich.

BOCHUM

von Von Max Florian Kühlem

, 22.06.2012
Schauspielschüler aus Bochum und Ramallah stehen auf der Bühne

Die gemeinsame Inszenierung der jungen Leute hatte sehr bewegende Momente.

Sie ist ein Ausdruck für die enge Zusammenarbeit der Folkwang Hochschule und der Drama Academy Ramallah. Die Essener Hochschule der Künste ist Partner beim Aufbau der einzigen Ausbildungsstätte für Schauspiel in Palästina. 2009 wurde sie gegründet. Den Betrieb finanziell möglich machen die Mercator Stiftung und das Auswärtige Amt. Momentan sind in Ramallah die ersten Studierenden in der Abschlussphase. Teil davon ist eine Inszenierung mit den Folkwang-Schauspielschülern aus Bochum, Studiengangsleiter Johannes Klaus führte gemeinsam mit Katrin Lindnern Regie.Keine Frau im Abschlussjahrgang Dass im Abschlussjahrgang keine einzige Frau mehr dabei ist, sagt viel über den Stellenwert der Schauspielerei in Palästina. Die Studentinnen haben geheiratet, sind ins Ausland gegangen, haben einen Job bekommen und sind abgesprungen." Wenn du als Schauspieler in Palästina bleiben willst, hast du nicht genug zum Leben", erzählt eine Studentin, die man aus dem zweiten Jahrgang "ausgeliehen" hat.Probleme in Blitzlichtern Von anderen Problemen erzählt die Uraufführung in Blitzlichtern, die Moritz Rinke, Mario Salazar und Ghassan Zaqtan für das Projekt geschrieben haben. Da ist zum Beispiel Fatima, die ihr Leben lang dafür kämpft, dass ihr in Jordanien lebender Ehemann Said zu ihr reisen darf. Da sind Deutsche, die vermeintlich jede (Bewegungs-)Freiheit genießen, aber doch kein Glück finden.

Eine weitere Aufführung gibt's am 23. Juni um 19.30 Uhr im Pina Bausch Theater der Folkwang Hochschule in Essen.