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Neu im Kino: "Oktober November"

Schmerzhafte Selbstbekenntnisse

Die größten existenziellen menschlichen Dramen spielen sich häufig im kleinsten Rahmen ab: in der Familie. Götz Spielmann ("Revanche"), bekannt für seine sensiblen Beobachtungen, erzählt in "Oktober November" von zwei Schwestern, die das Sterben des Vaters zu seelenreinigenden Selbstbekenntnissen bewegt.

Schmerzhafte Selbstbekenntnisse

<p>Sonja (Nora von Waldstätten) flirtet mit dem Landarzt (Sebastian Koch).

Was wissen wir schon von unseren Angehörigen, wenn wir schon so wenig von uns selbst wissen? Diese Frage stellen sich unausgesprochen Sonja (Nora von Waldstetten), eine Fernsehschauspielerin, die in Berlin lebt, und ihre Schwester Verena (Ursula Strauss), die ihren Heimatort in den österreichischen Alpen nie verlassen hat und dort ihr Leben als Ehefrau und Mutter im Haus ihres todkranken Vaters fristet. Nach dessen erster Herzattacke ist Sonja nach Jahren endlich wieder "nach Hause" gekommen.

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eimliches Verhältnis

Während Verena neidisch auf das "freie Leben" von Sonja schaut, beneidet Sonja ihre Schwester um ihr "nützliches Leben". Ideal und Wirklichkeit driften indes bei beiden weit auseinander.

Verena, vom Alltagstrott gelangweilt und von ihren Tochterpflichten ausgelaugt, hat ein heimliches Verhältnis mit dem Landarzt (Sebastian Koch). Sonja, deren Beziehungsbarometer ständig in die Extreme ausschlägt, ist es leid, auch außerhalb ihrer Arbeit immer nur eine Rolle zu spielen.Seelenlandschaften

Der einsetzende Sterbeprozess beim Vater scheint die Nöte seiner Töchter für einen Moment zu relativieren, bis ein lang gehütetes Familiengeheimnis ans Licht kommt. So unaufgeregt Spielmann die Seelenlandschaften ausbreitet, so spannungsreich sind sie. "Oktober November" ist ein Film über die Einsamkeit und den Trugschluss, dass jeder Schmied seines eigenen Glückes sei. Martin Heideggers These vom "Hineingeworfensein ins Dasein" bekommt durch den Film ein anschauliches, sehenswertes Beispiel.

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