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George Taboris "Abendschau" uraufgeführt

Schräge Szenen von Begegnungen mit dem Tod

RECKLINGHAUSEN Zahlreiche Uraufführungen sind bei den Ruhrfestspielen zu sehen, doch am Samstag erlebte kein zeitgenössisches Stück seine Erstinszenierung, sondern ein Werk vom 2007 verstorbenen George Tabori. Der Theatermann habe 1979 die Proben zu "Abendschau" an den Münchner Kammerspielen aus persönlichen Gründen abgebrochen, heißt es im Programmheft. Nun hat Intendant Frank Hoffmann die Farce als Koproduktion mit seinem Théâtre National du Luxembourg im Kleinen Haus auf die Bühne gebracht und wurde vom Publikum mit viel Applaus belohnt.

Schräge Szenen von Begegnungen mit dem Tod

In einer Show wird dem gefeuerten Entertainer (Wolfram Koch) - hier mit Gattin (Jacqueline Macaulay) - der »Tumor des Jahres« verliehen.

Als surreal-komischen Bilderreigen hat Hoffmann die Begegnungen mit dem Tod, der in vielen Gestalten auftritt, angelegt. Die schrägen Szenen vom amerikanischen Familienleben, vom gescheiterten "American Way of Life" sind mit absurd-skurriler Komik gezeichnet. Da schleppt der Sohn nicht nur Tiere, sondern auch den Tod persönlich an, der einen Strip auf dem Tisch hinlegt. Am Frühstückstisch unterhält sich diese seltsame Familie einschließlich sprechendem Hund über Krankheiten. Als der Vater schließlich schwer erkrankt, rät der Sohn: "Stirb vorsichtig."Ängstlicher Entertainer Dieses Familienoberhaupt spielt Wolfram Koch als einen ängstlich Getriebenen. Er gibt einen wunderbar hypochondrischer Entertainer ab, dessen beste Zeiten vorbei sind, über seine Witzchen mag niemand mehr Lachen. Bei einem Abendessen feuert ihn sein Boss und in einer abgedreht-grotesken Show wird ihm der "Tumor des Jahres" verliehen. Doch diese Familie kann nichts erschüttern, zerreißen, selbst als das Dach einstürzt, wird der Weihnachtsbaum weiter geschmückt.

Termine: 4.-6.6.; Karten: Tel. (02371) 9 21 80.

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