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Schroffe Form vor süßer Kulisse: Der Wuppertaler Tony Cragg schuf eine Skuptur für Salzburg

SALZBURG Dem von Mozart-Kugeln und kulturellem Zuckerguss geprägten Kitsch-Klischee trotzt Salzburg nicht nur durch heftig gegen den Strich gebürstete Festspiel-Inszenierungen. Auch die Kunst ist eine Herausforderung für den konventionellen Geschmack. Jüngstes Beispiel: die monumentale Bronzeskulptur "Caldera" des englischen Bildhauers Tony Cragg.

von Von Bernd Aulich

, 03.08.2008
Schroffe Form vor süßer Kulisse: Der Wuppertaler Tony Cragg schuf eine Skuptur für Salzburg

Die Skulptur auf dem Salzburger Markartplatz.

Enthüllt wurde das schroffe, kraterförmige Gebilde auf dem Makartplatz im Schatten des Hauses, in dem einst Mozart lebte, just zum Festspiel-Start. Und schon in den ersten Tagen nutzten es Touristen für Schnappschüsse.Künstler lebt in Wuppertal

Der 59-jährige Tony Cragg, der in Wuppertal lebt und als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie Bildhauerei lehrt, spielt mit seinem fünf Meter hohen und sechs Tonnen schweren Monument auf die Kessel-Lage Salzburgs an. Der Titel "Caldera" bezeichnet einen vulkanischen Krater-Kessel. Die beiden Teile der Skulptur erinnern aber auch an die Profile von Köpfen.Eine Liebeserklärung an die Mozartstadt

Für den Kurator der Salzburg Foundation, Walter Smerling, der in Duisburg das Museum Küppersmühle leitet, ist das neue Monument eine "Liebeserklärung" an die Mozart-Stadt. Seit 2002 beglückt Smerling Salzburg in einem auf zehn Jahre angelegten Projekt mit Kunst im öffentlichen Raum. Künstler von Weltrang wie Anselm Kiefer, Mario Merz, Marina Abramovic, Markus Lüpertz, James Turell und Stephan Balkenhol haben hier Werke verwirklicht. Im kommenden Jahr wird der Franzose Christian Boltanski eine Installation in der Krypta des Salzburger Doms schaffen.

Vor der Enthüllung aufkeimende Kritik an Tony Craggs schroffem Kratergebilde ist schnell verstummt. Die halbe Million für die Skulptur hat schließlich eine namhafte Schweizer Bank fast im Alleingang spendiert. Aus öffentlichen Kassen Österreichs floss kein einziger Cent.