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Schwimmender Flüster-Dom im Duisburger Hafen geplant

Kunstinstallation ab August

Ein riesiges Kunstwerk wird vom 15. August bis 13. September im Duisburger Hafen schwimmen. „Nomanslanding“ heißt die Installation, in deren Mitte ein Dom aus Holz geplant ist.

Duisburg

, 14.02.2015
Schwimmender Flüster-Dom im Duisburger Hafen geplant

Die Kunstinstallation "Nomanslanding" wird im Eisenbahnhafen Ruhrort zu sehen sein - in einem eher beschaulichen Teil des Duisburger Hafens. Das Foto zeigt Künstler und Kuratoren des Projektes bei einem Ortstermin.

Er wird aus zwei Hälften bestehen – und das soll nicht nur an den Ersten Weltkrieg erinnern, sondern auch beweisen, dass Menschen die Kluft zwischen dem Eigenen und dem Fremden überwinden können.

Eigentlich wollten die Urbanen Künste Ruhr das Projekt „Nomanslanding“ noch geheim halten. Erst bei der Pressekonferenz des Theaterfestivals Ruhrtriennale am 23. Februar sollte es vorgestellt werden. Allerdings gibt es schon Informationen im Internet.

Jedes Jahr ein populäres Kunstwerk

Die Urbanen Künste, die Nachfolge-Organisation der Kulturhauptstadt Ruhr.2010, zeigen jedes Jahr im Auftrag der Ruhrtriennale eine populäre Kunstinstallation. 2013 war es der „Tower“ auf Zollverein, eine 26 Meter hohe Wassersäule. 2014 schloss sich „Melt“ in Duisburg an, eine Installation zum Hüpfen.

Nun folgt also das Projekt „Nomanslanding“, dessen Titel vom militärischen Begriff „No Man´s Land“ (Niemandsland) herrührt. Das zehn Meter lange und bis zu sechs Meter hohe Kunstwerk wird wie ein Floß im Eisenbahnhafen in Duisburg-Ruhrort schwimmen – in der Nähe des Museums für Binnenschifffahrt. „Ziel war eine Mitmachinstallation an einer Stelle, wo sich Stadt und Wasser treffen. Wir wollten aber auch den Ersten Weltkrieg thematisieren,“ sagte Katja Aßmann, Leiterin der Urbanen Künste, am Freitag auf Anfrage.

Der Durchgang dauert eine halbe Stunde

Besucher werden das Kunstwerk von beiden Ufern aus über schwimmende Stege betreten. Dann wird´s spannend: Beide „Arme“ der Installation bewegen sich aufeinander zu, angetrieben von Elektro-Motoren. Am Ende jedes Steges befindet sich eine Halbschale aus Holz, ähnlich einer Konzertmuschel. Treffen sich die Schalen in der Mitte, entsteht der „Flüsterdom“. In diesem sich langsam verdunkelnden Raum wird eine Collage aus Geräuschen erklingen, aber es wird auch Live-Gesang geben. „Es entsteht ein Raum mit einzigartiger Atmosphäre, in dem miteinander über Geschichte, Erinnerungen und Erfahrung reflektiert werden kann“, so Aßmann. „Nomanslanding“ löst (metaphorisch) einen Konflikt und baut eine Brücke – was für den Besucher rund 30 Minuten dauern wird.

Rund 675 000 Euro teuer

Weil das Projekt so aufwendig ist, teilen sich drei Partner – neben den Urbanen Künste sind es das Merchant City Festival in Glasgow und die Sydney Harbour Foreshore Authority – die Gesamtkosten von zirka 675 000 Euro. Das Projekt startet in Sydney (2.4.-3.5.), geht dann nach Glasgow (13.7.-2.8.) und endet im Ruhrgebiet. Auch die fünf beteiligten Künstler stammen aus drei Ländern: Robyn Backen, Nigel Helyer und Jennifer Turpin kommen aus Australien, Andre Dekker und die Gruppe Observatorium aus den Niederlanden sowie Graham Eatough aus Schottland.

Die Gruppe „Observatorium“ ist im Ruhrgebiet beliebt, denn ihre Holz-Installation „Warten auf den Fluss“ – bei den Ausstellungen „Emscherkunst“ 2010 und 2013 zu sehen – hatte hier extrem viele Fans.

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