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Bochumer Schauspielhaus

Shakespeares "Sommernachtstraum" spielt in New York

BOCHUM "Führt Eure Hände freundlich", fordert Puck am Ende von William Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" - und das Premieren-Publikum im Bochumer Schauspielhaus spendete der tollen Inszenierung von Christina Paulhofer am Samstag tosenden Applaus.

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Günter Alt als freakiger Puck.

Oberon (Michael Schütz) hat Stress mit Titania (Katharina Linder), im Hintergrund ihre Elfen.

Shakespeares Stücke lassen sich wunderbar in andere Kontexte übersetzen. Regisseurin Paulhofer siedelt ihre moderne Fassung der Komödie über die Irrungen und Wirrungen der Liebe in New York an.Verliebt in der City In der City laufen die vier verliebten jungen Leute rum und ohne Worte wird das Beziehungsgeflecht erzählt: Lysander und Hermia lieben sich, aber auch Demetrius will Hermias Liebe und Helena himmelt wiederum Demetrius an.

Kristina Peters und Minna Wündrich spielen zwei reiche Mädels - beste Freundinnen, die auch Zickenkrieg können. Nicola Mastroberardino mimt überzeugend den Hipster Lysander, Matthias Eberle seinen blassen Gegenspieler Demetrius.Angegrauter Theseus und angeschlagene Hippolyta

Hermias Vater, der Theseus sein Leid klagt, dass seine Tochter doch Demetrius versprochen sei, hat Christina Paulhofer gestrichen. Demetrius selbst trägt sein Anliegen vor. Auf einer von zwei Seiten begehbaren Empore steht Theseus, Michael Schütz als angegrauter Boss mit Macher-Gehabe, mit seiner jüngsten, gewaltsamen Eroberung, davon zeugt noch das blaue Auge von Katharina Linders Hippolyta.

Theseus gibt Hermia noch bis zu seiner Hochzeit Bedenkzeit, die nutzen die Verliebten für die Flucht - nicht in den Wald, sondern in einen Park, im Schlepptau Demetrius und Helena.

Elektrobeats und sexy Elfen  

So beginnt die Partynacht mit wummernden Elektrobeats, Farbprojektionen auf den Wänden und Drogen, die Menschen und Elfen, hier szenige Nachtgestalten, in ein Gefühlschaos stürzen. Schütz und Linder spielen auch das zerstrittene Königspaar der Geisterwelt. Letztere umgeben von sexy Elfen (drei Tänzerinnen von Urbanatix), die MTV-taugliche Performances abliefern. Im Auftrag seines Herrn verteilt der massige Günter Alt als freakiger Puck die Zaubermittel, stiftet zunächst - ob einer Verwechslung - noch mehr Verwirrung. Doch beim Erwachen aus dieser rauschhaften Nacht sind die Paare wieder geordnet.

Groteskes Spiel im Spiel

Aus Shakespeares Handwerkern, die ein Theaterstück im Wald für die Hochzeit proben, sind bei Regisseurin Paulhofer arbeitslose Banker geworden, die per Rollenspiel-Therapie hoffen, wieder an einen Job zu kommen. Ein herrlich groteskes Spiel im Spiel dieses wunderbaren Theaterabends.

Termine: 15./23.5., 6./ 18. 6.; Karten: Tel. (0234) 33 33 55 55.

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Günter Alt als freakiger Puck.

Oberon (Michael Schütz) hat Stress mit Titania (Katharina Linder), im Hintergrund ihre Elfen.

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