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Liederabend bei Klangvokal

Simone Kermes braucht nicht immer den Zirkus mit 1000 Koloraturen

DORTMUND Dem größten Teil des Publikums ist Sopranistin Simone Kermes als extrovertierte Barock-Koloratur-Sängerin bekannt. Aber die 45-jährige Leipzigerin kann auch anders: Beim Festival „Klangvokal“ gibt sie am Donnerstag (11. 6.) einen Liederabend. Julia Gaß sprach mit ihr.

Simone Kermes braucht nicht immer den Zirkus mit 1000 Koloraturen

Simone Kermes gibt einen Liederabend beim Festival "Klangvokal" in Dortmund.

Auf Ihren neuen Fotos sehen Sie so sanft aus. Ist das die neue Lied-Simone-Kermes? Nein, ich habe schon immer Lieder gesungen, mein ganzes Leben lang. Damit habe ich Wettbewerbe gewonnen und ich habe Schubert- und Wolf-Lieder auf CD aufgenommen. Bald kommen die Wesendonck-Lieder mit dem Fauré-Quartett. Aber Lied zu singen ist das Schwierigste, was man machen kann. Da steht man blank auf der Bühne.  

Wenn Sie Lieder von Schubert und Strauss singen, ist das dann auch für Sie als Opernsängerin nach den Barock- und Mozartopern ein Vorstoß in Richtung Strauss-Opern? Nein, aber mein Lied-Programm ist breit gefächert, da ist alles dabei: Schubert, Wolf, eine französische Gruppe und Rossini-Lieder. Die sind dann extrovertiert. Für das Publikum ist die Vielfalt unterhaltsam, weil alle Farben dabei sind. Diese Lieder sind so schön und die Texte traumhaft. Der „Erlkönig“ ist der Hammer. Ich brauche nicht immer diesen Zirkus mit tausend Koloraturen. Aber als Zugaben wird es die geben.  

Sie haben einen Meisterkurs bei Fischer-Dieskau gemacht. Was hat er Ihnen über Liedgesang erklärt? Nur Interpretation, die Technik muss man mitbringen. Aber man muss als Sänger einen eigenen Weg finden. Ich bin froh, dass ich in meinem Repertoire keinen vor der Nase habe. Das versuche ich auch meinen Schülern zu vermitteln. Es ist mein Traum, später einen Ort zu finden, wo man der nächsten Generation etwas weiter geben kann. Die Lehrer an den Musikhochschulen sind leider oft nicht ehrlich und sagen Studenten nicht, wenn ihnen Talent fehlt.  

Auf den hochgelobten CDs von Mozarts „Cosi fan tutte“ und „Figaros Hochzeit“ mit Teodor Currentzis singen Sie Fiordiligi und die Gräfin. Sind Sie im „Don Giovanni“, die Elvira? Nein, Anna. Ich hab immer Anna gesungen.  

Zum ersten Mal kann man Currentzis mit den drei Opern live hören, im November im Konzerthaus Dortmund. Oh, das ist eine große Überraschung. Das wusste ich nicht. Das wird mit anderen Sängern aber ein anderer Zyklus werden.

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