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66. Frankfurter Buchmesse

Sorgenfalten überall

FRANKFURT Die Stirn ist an diesen Tagen der Gradmesser. Denn hier hinterlassen die Sorgen ihre Falten. Verlagsleute, Autoren und Händler grübeln in Frankfurt, wie sie auf die Herausforderung des Internet-Buchhandels reagieren sollen.

Sorgenfalten überall

Kritische Töne schlägt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels an seinem Stand an.

Wie entwickelt sich der E-Book-Markt? Wie verwandelt diese neue Leseform das Kulturgut Buch? Und vor allem: Welchen Einfluss auf die Entwicklung nimmt der Internet-Riese Amazon und wie ist der beste Weg zu reagieren?  Eine Autorin freut sich

Eine Veränderung macht sich schon bemerkbar. Die neue Art der Veröffentlichung im Internet hat viele Autoren aus der Reserve gelockt, die auf einmal ihr eigener Verleger werden können. Ein gutes Beispiel ist die Schiftstellerin Nika Lubitsch. Sie hat bei Verlagen vergeblich die Klinken blank poliert und hatte innerhalb kurzer Zeit über Amazon von ihrem Buch 58000 Stück (!) verkauft.

Ihr Fazit fällt positiv aus - allerdings mit einer Einschränkung: "Man muss laut sein", um wahrgenommen zu werden. Vielleicht wollen und können das viele Autoren nicht.Amazon steht auf der Sorgenlos-Seite

In solchen Fällen steht Amazon auf der Sorgenlos-Seite. Die Firma kann, anders als die Verlage, in der Schonhaltung die Selbst-Publisher-Welle mitnehmen: Die Einmann-Verleger nutzen die Plattform als Anbieter. Dass also die großen Verlage und der Online-Verkäufer keine Freunde werden, liegt auf der Hand.

Interview mit Claudia Paul

Gefangen im System Amazon

FRANKFURT Über die Probleme des deutschen Buchhandels mit dem Internet-Riesen Amazon hat Alexandra von Braunschweig mit Claudia Paul, der Pressesprecherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, gesprochen. Hier das sehr aufschlussreiche Interview.mehr...

Die größere Akzeptanz des E-Books und der Amazon-eigene "Kindle" als Marktführer wirken sich wie ein Brennglas auf die Entwicklung aus. Deshalb kommt nicht nur wegen der Preisbindung beim Thema "Kindle Unlimited", der Flatrate des Großunternehmens, Magengrummeln auf. Auch wenn bei der Flatrate zum Preis von knapp zehn Euro noch keine Bestseller dabei sind - es ist ein Einstieg.

Aufteilung des Marktes

Ein Einstieg, bei dem es um Macht geht. Für Nikola Richter, die den E-Book-Verlag Mikrotext gegründet hat, ist das der zentrale Punkt: "Es geht nicht mehr um Bücher und Autoren. Es geht um die Aufteilung eines Marktes."  

Und für uns als Leser? Könen wir uns nicht einfach mit einem Schulterzucken über die Flatrate freuen? "Amazon verfolgt eine klare Strategie: Es möchte letztlich der einzige Intermediär zwischen Autoren und Lesern sein", sagt Claudia Paul, Pressesprecherin des Börsenvereins. Aber wenn der Buchhändler nicht mehr als "Ich-hätte-da-ein-gutes-Buch-für-Sie"-Vermittler genutzt wird, sondern vorgegebene Empfehlungslisten seinen Platz einnehmen, wird das zu Lasten von kleinen Verlagen und Autoren gehen.

Und so kommen wir zu der paradoxen Situation, dass dank des E-Books noch nie so viel veröffentlicht wurde wie jetzt. Noch nie hat eine solche Vielfalt den Markt bereichert. Und doch ist da die Angst, dass am Ende Geld über Inhalt siegt. Wen wundert’s, dass Sorgenfalten an diesen Tagen in Mode sind.

 

 

 

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