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Souveräner Herr des Ringes: Christian Thielemann dirigierte in Bayreuth

BAYREUTH Gute Fespielstimmung auf dem Bayreuther Hügel. Stefan Herheims gescheite "Parsifal" - Inszenierung kam bestens an. Marthalers "Tristan" regt keinen an, Katharina Wagners provokante "Meistersinger von Nürnberg" sind interessant, reizen aber zu kräftigem Widerspruch. Sonnenglut und Wolkenbruch herrschten beim "Ring des Nibelungen", den auch Angela Merkel besuchte.

von Von Lorenz Tomerius

, 03.08.2008
Souveräner Herr des Ringes: Christian Thielemann dirigierte in Bayreuth

Die Götterdämmerung - hier eine Szene mit den Rheintöchtern - feierte in Bayreuth Wiederaufnahme.

Der Abschluss wurde zum Triumph für Christian Thielemann. Seine Zwischenspiele zumal gerieten mit jugendlichem Temperament und männlicher Reife zu Kostbarkeiten. Er ist souveräner "Herr des Ringes" und macht eine ungeschickte Inszenierung wenigstens hörenswert, die Tankred Dorst und Ursula Ehler erstaunlich banal, ideen-und spannungslos geriet. Dass durch die Götterwelt Alltagsmenschen geistern, stiftet Verwirrung im Kampf um Gold, Macht und Weltherrschaft, die im Weltenbrand endet. Den löst die eindrucksvolle Linda Watson als Brünnhilde aus, nachdem sie den Ring den Rheintöchtern zugeworfen hat. Hier reicht es nur zum läppischen Hotelbrand und zum entschiedenen Widerspruch gegen die Lebenspartner.Der nächste "Ring" kommt erst 2013

Der nächste "Ring" steht fürs Jubiläumsjahr 2013 an, der Regisseur steht noch nicht fest. Thielemann als Dirigent hat sich indes schon für einen "Ring" in Baden - Baden entschieden, ist aber für einen neuen "Tristan" 2015 , den Katharina Wagner inszeniert, auf dem Hügel. Nächstes Jahr gibt es keine Premiere. 2010 aber inszeniert Hans Neuenfels "Lohen-grin" (Dirigent: Andris Nelsons) mit Annette Dasch als Elsa und Evelyn Herlitzius als Ortrud. 2011 gibt es ein Doppeldebüt: für Thomas Hengelbrock mit "Tannhäuser" auf historischen Instrumenten und Sebastian Baumgarten (Regie). Nur ein Fünf-Jahres-Vertrag

Die Entscheidung über die neue Führung scheint jetzt zwischen Bund, Land, Stadt und den finanziell hilfreichen Festspielfreunden klar. Die Halbschwestern Eva und Katharina sollen Anfang September inthronisiert werden. Der Ausschluss von Wielands kompetenter Tochter Nike ist zu bedauern. Gut aber ist die Idee, vom Erbhof-prinzip abzugehen und nur einen Intendanzvertrag für fünf Jahre abzuschließen. An Vater Wolfgangs Vitalität gemessen, der von 1951 bis 2008 Intendant war, würde sonst eine Ära Katharina Wagner bis ins Jahr 2065 reichen.