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Spannendes Katz- und Maus-Spiel

Junger Stenz hat einem alternden Schriftsteller die Frau ausgespannt. Beide liefern sich eine Psycho-Schlammschlacht gegenseitiger Demütigung. Wer hat Oberwasser und wer die Hose voll?

von Von kai-Uwe Brinkmann

, 27.12.2007
Spannendes Katz- und Maus-Spiel

Der arbeitslose Schauspieler Milo Tindle (Jude Law, r.) und der steinreiche Krimiautor Andrew Wyke (Michael Caine).

Beteiligt an "1 Mord für 2" ist Englands Creme: Drehbuch aus der Feder von Harold Pinter, Regie Kenneth Branagh. Es spielen Michael Caine und Jude Law, beide brillant. Ein Kammerspiel, entwickelt aus einem Theaterstück von Anthony Schaffer, 1972 als "Mord mit kleinen Fehlern" schon einmal verfilmt. Der schlagende Beweis, dass es für tolle Filme nicht optische Schaumschlägerei braucht, sondern vor allem eines: Ein intelligentes Drehbuch.

Gegenseitiges Sezieren

Harold Pinter hat die Sprache drastischer getrimmt, die Dialoge um einige köstliche Frotzeleien bereichert. Kaum hat Milo (Law) das Haus des Krimiautors Andrew (Caine) betreten, wird er mit unverblümten Beleidigungen traktiert. Der Alte gibt sich als arrogantes Aas, prahlt mit Geld und Erfolg. Und sein Haus ist ein Museum der Eitelkeit. Eine kalte, nüchterne High-Tech-Wohnburg wie ein Versuchslabor. Von Branagh quasi als dritter Darsteller neben Caine und Law in Szene gesetzt. Hier werden die beiden sich gegenseitig sezieren.

1972 hat Caine neben Laurence Olivier den jungen Milo gespielt. Jetzt hat er die Jahre für die Rolle des alten Fuchses Andrew. Der legt für Milo einen Köder aus. Er werde in die Scheidung einwilligen, wenn Milo einen Einbruch fingiere und seine Juwelen stehle. Milo tappt in die Falle...

Doppeltes Rachemotiv

Auftakt zu einem Katz- und Maus-Spiel, das es in sich hat. Andrew und Milo verabreichen sich Gift und Schmeichelei. In einer superben Konstruktion wird das Rachemotiv gedoppelt, die fintenreiche Maskerade entwickelt gleich drei- oder vierfachen Boden. - Ein starkes Kino-Stück, das aus formalem Minimalismus ein Maximum an Spannung herauskitzelt.