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Spannendes Programm: Karen Kamensek dirigierte Dortmunder Philharmoniker

Vorletztes Saisonkonzert

Viele Frauen auf dem Dirigentenpult gibt es nicht. Eine von dieser Handvoll leitete Dienstag und Mittwoch im Konzerthaus Dortmund das vorletzte Saisonkonzert der Dortmunder Philharmoniker - die 45-jährige Amerikanerin Karen Kamensek, die als taffe Dirigentin sehr genau am Klang arbeitet.

DORTMUND

, 13.05.2015
Spannendes Programm: Karen Kamensek dirigierte Dortmunder Philharmoniker

Karen Kamensek geht nach Hannover.

Viele Frauen auf dem Dirigentenpult gibt es nicht. Eine von dieser Handvoll leitete am Dienstag und Mittwoch im Konzerthaus Dortmund das vorletzte Saisonkonzert der Dortmunder Philharmoniker.

Die 45-jährige Amerikanerin Karen Kamensek (Foto) ist Generalmusikdirektorin in Hannover, war vorher an der Staatsoper Hamburg und ist eine taffe Dirigentin, die sehr genau am Klang arbeitet.

Spannendes Programm

Ein spannendes Programm hatte sie einstudiert; Herzstück war "Moz-Art à la Haydn" von Alfred Schnittke mit den beiden Konzertmeistern des Orchesters als Solisten. Und wenn Schnittke sonst ein Abonnenten-Schreck ist, lässt der 1998 in Hamburg gestorbene Komponist in dem Zehnminüter aus dem Jahr 1977 das Publikum mit vielen Zitaten von Mozart und Haydn schmunzeln. Shinkyung Kim und Alexander Prushinskiy spielten diese "Bruch-Stücke" sehr präzise und farbig.

Im Dunkeln ließ das kleine Kammerorchester mit elf Streichern das Werk beginnen; es endete wie Haydns "Abschiedssinfonie" - damit, dass die Musiker nach und nach die Bühne verlassen.

Dann hätten die Philharmoniker jedoch auch zuvor besser gleich Haydns "Abschiedssinfonie" statt der Sinfonie "Maria Theresia" spielen sollen. Da erstaunten die Hörner: Es waren alte Spezialhörner, die nicht immer sauber klingen.

Groß und wuchtig

Brahms' vierte Sinfonie am Schluss machte Kamensek zu einem Ereignis. Groß und wuchtig ließ sie Klänge in dem 70-köpfigen Orchester aufblühen, gab dem Werk aber auch viel Eleganz, vor allem in den fein ausgearbeiteten Übergängen und in der Balance zwischen sattem Streichersound und sehr präsenten Bläsern. Großartig.JG