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Neu im Kino

Spannungsarmes Experiment einer Liebe zu dritt

ESSEN Der Andrang am roten Teppich der „Lichtburg“ hielt sich am Donnerstag in Grenzen. Groß-Stars sind zur Premiere von Dominik Grafs „Die geliebten Schwestern“ nicht angekündigt. Florian Stetter und Henriette Confurius sind da, auch der Regisseur.

Spannungsarmes Experiment einer Liebe zu dritt

Henriette Confurius als Charlotte von Lengefeld (l) und Hannah Herzsprung als Caroline von Beulwitz

Stetter spielt Friedrich Schiller, von dessen mehr geheimer als verbürgter Liebe zu zwei Schwestern Grafs Film erzählt. Sie habe extra einen Lehrer gehabt, sagt Henriette Confurius in ein Radio-Mikrofon: „Er hat uns Schönschrift mit Feder und Tinte beigebracht.“ Briefe und Sprache sind wichtig in dem Film. Er spielt in einer Zeit, wo feine Feder und Konversation Statussymbole waren. So parlieren die Schwestern Charlotte (Confurius) und Cornelia (Herzsprung) sehr gedrechselt, lässt der junge Schiller Proben seiner Kunst aufblitzen.

1787 in Weimar begegnet er Charlotte von Lengefeld. Man verabredet sich in Rudolstadt, wo Charlottes Mama (Claudia Messner) zu bedenken gibt, dass der Herr „nicht einen roten Heller“ besitze. Cornelia hat sie in einer Vernunftehe vorteilhaft unter die Haube gebracht. Schiller und die Schwestern wagen das Experiment einer Liebe zu dritt. Zwischen Friedrich und Lotte, die später heiraten, ist es viel Liebe in Gedanken. Romantische Schwärmerei, wie sie schwer in Mode war. Mit Line wird Schiller intim, doch sie zieht sich zurück und gibt der Schwester den Weg frei.

Dominik Graf schildert das Auf und Ab der Dreierbeziehung über mehr als zehn Jahre. Als Erzähler sagt er die Befindlichkeit der Beteiligten an. Er zitiert aus (fiktiven) Briefen, die er dialogisch montiert, dazu blicken die Darsteller in die Kamera. Es wird geschluchzt und geweint, die Schwestern sind allen Schwüren zum Trotz am Ende zerstritten. Dramaturgisch kommt Grafs Drehbuch dem Sujet nicht bei. Der Film (140 Minuten) quält sich spannungsarm über die Zeit. Paukenschläge verpuffen, die Ausbrüche der Damen wirken gekünstelt. Confurius zeigt wenig Regung, Herzsprung spielt deutlich besser. Stetter fehlt es an Charisma, zu merken dann, wenn Ronald Zehrfeld auftritt, der präsenter und vitaler ist. Ein Sittenbild, das akribisch das Gestern einfängt, aber auch im Gestern stecken bleibt – es geht nicht unter die Haut.   Ab Donnerstag, 31. Juli, ist der Film im Kino zu sehen.  

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