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Star-Designer Luigi Colani wird 80 Jahre alt

DORTMUND Luigi Colani ist ein Mann markiger Sprüche und großer Taten - wären da nicht diese finanziellen Zwänge, die schon so manchen seiner spektakulären Pläne durchkreuzt haben.

von Von Michael Billig und Deutscher Presse-Agentur

, 01.08.2008

Beispielsweise in Lünen, wo er 1995 den Förderturm einer ehemaligen Steinkohlenzeche zu einem Colani-Ei umgestaltete. Ursprünglich wollte der Star-Designer dort mit einer Firma ansässig werden. Posaunte er damals. Doch es kam zum Zerwürfnis mit der Lokalpolitik, und so feiert Colani seinen 80. Geburtstag (2.8.08) ganz bestimmt woanders.

Der Maestro werde sich auf dem Rückflug von China befinden, sagt Daniel Bodmer, ein Mitarbeiter Colanis in seinem Schweizer Unternehmen. "Er wird sich eine Zigarre und einen Orangensaft genehmigen. Eine Party ist nicht geplant. Davon hält er nicht viel." Colani sei vielmehr mit dem Modell einer Stadt, die einen auf dem Rücken liegenden menschlichen Körper darstellt, beschäftigt. Die Stadt solle 50 000 Wissenschaftlern Platz bieten.

Dieses Vorhaben ist so alt wie das Lüner Ei, das künftig als Tagungsort zu mieten sein wird. "In Europa fehlt für Colanis Ideen der Mut", so Bodmer. Deshalb werde diese futuristische "Bio-City" in Südchina entstehen. Im Reich der Mitte sind seine kostspieligen Visionen offenbar zu realisieren.

Er und Deutschland

Dabei war Deutschland für ihn durchaus ein gutes Pflaster. Er wurde als Sohn einer Polin und eines Italo-Schweizers in Berlin geboren, studierte später Bildhauerei und Malerei. Er arbeitete sich zu einem weltweit bekannten Industrie-Designer hoch, dessen Entwürfe oft so eigenwillig sind, dass sie kaum in der Massenproduktion Einzug halten - ein Künstler eben. Seine Formensprache ist rund und dynamisch. In Karlsruhe hat er ein Design-Studio eingerichtet. 2003 sorgte er mit den von ihm designten Uniformen der Hamburger Polizei für Aufsehen.

Seitdem ist es erstaunlich ruhig um ihn geworden. Die Ausstellung 1992 im Dortmunder Westfalenpark war seine bisher größte Retrospektive, die 250 000 Besucher angelockt hatte. Bodmer verrät: Eine neue Ausstellung sei in Vorbereitung.