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Spenden möglich

Studenten drehen Film über verfolgte Homosexuelle

dortmund Der Kurzfilm „Nach Schwarz kommt keine Farbe mehr“ soll etwas ändern, hoffen die Studenten. Sie setzen auf die Unterstützung von vielen und finanzieren ihren Abschlussfilm auch über Crowdfunding.

Studenten drehen Film über verfolgte Homosexuelle

Lukas Brandes, Leonie Scheufler und Asadeh Khakban bei den Dreharbeiten zum Trailer im Iran. Nicht im Bild ist Marco Huppertz. Foto: Foto: Leonie Scheufler

Es sollte nicht irgendein Film sein. Denn einen Kurzfilm für die Abschluss-Arbeit dreht man nicht alle Tage. Er sollte Menschen bewegen und im besten Fall etwas verändern.

So kam Asadeh Khakban und Lukas Brandes aus Dortmund die Idee, das Thema verfolgte Homosexuelle im Iran zu wählen. Beide studieren an der Fachhochschule Dortmund Film und Sound.

Peitschenhiebe und Mord

Warum dieser Inhalt? Khakban hat iranische Wurzeln, kennt die Missstände in dem Heimatland ihrer Eltern. Es geht aber nicht nur um den Iran. Der Film könnte überall auf der Welt spielen. „In 72 Ländern werden Homosexuelle verfolgt“, sagt die 22-jährige Drehbuchautorin.

Die Hauptfigur im Film „Nach Schwarz kommt keine Farbe mehr“ heißt Navid. Er findet heraus, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt und muss sein Dorf verlassen. Zu groß ist die Gefahr, dass er mit Peitschenhieben bestraft oder getötet wird. „Die Gesellschaft ist oft nur ein Spiegel des Regimes“, bewertet die 22-jährige Khakban die Situation.

Der Filmtitel basiert auf einem persischen Sprichwort

Der Titel „Nach Schwarz kommt keine Farbe mehr“ ist ein persisches Sprichwort, das so viel bedeutet wie: Es ist viel passiert, aber jetzt müssen wir damit leben.

Mit den Kommilitonen Leonie Scheufler (Kamera) und Marco Huppertz (Produktion) war das Filmteam komplett. Auch für Leonie Scheufler wird der Film ihre Abschlussarbeit sein. Zusätzlich zum Film reichen Khakban, Scheufler und Brandes noch eine schriftliche Arbeit ein.

Echte Erlebnisse im Film verarbeitet

Mit den Schauspielern und anderen Beteiligten fasst die Gruppe circa 60 Personen. Wichtig ist ihnen, dass die Details stimmen. So haben sie schlechte Erfahrungen, die homosexuelle Freunde und Bekannte gemacht haben, in den Film eingebaut.

Über die Crowdfunding-Seite Startnext finanziert die Gruppe einen Teil des Films. Bisher haben die Studenten über 6900 Euro gesammelt. „Das ist nur ein Bruchteil von dem, was wir brauchen“, sagt Marco Huppertz, der dem Team als Produktionsleiter hilft.

Bis Sonntag sind Spenden möglich

Bis Sonntag kann das Team finanziell unterstützt werden. „Wir freuen uns über jeden Euro, der gespendet wird“, sagt Leonie Scheufler.

Die FH Dortmund unterstützt die Truppe finanziell, stellt das Equipment zur Verfügung. „Auch das Schauspielhaus Dortmund hilft uns und leiht uns Requisiten“, freut sich Khakban. Bewerbungen für weitere Fördermittel laufen noch.

Filmcrew drehte im Iran den Trailer des Films

Die Studenten haben im November 2017 einen Trailer im Iran gedreht. „Wir mussten in den Iran fahren, um zu erfahren, wie er sich anhört“, sagt Lukas Brandes, der sich um den Ton kümmert. Nur so wird der Film authentisch.

Die nächsten Drehtage sind im Februar und März in Dortmund und Italien. Danach muss das Material geschnitten werden. Geplant ist, dass der Film Mitte August Premiere feiert. „Am liebsten in einem Dortmunder Kino“, sagt Khakban.

Kleines Dankeschön

Ab August reichen die vier ihren Film für diverse internationale Filmfestivals ein.

Hier sind Spenden möglich und mehr Informationen zum Projekt zu finden. Übrigens: Die Gruppe sucht für den 19. Februar orientalisch wirkende Komparsen für eine Disco-Szene. Kontakt über Facebook.

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