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Tempo machen beim Musical "Tanguera" in Köln

KÖLN Enger geht es nicht. Der sinnliche Kontakt zwischen den Partnern hat dem Tango seinen erotischen Ruf eingebracht. Dass er für Argentinier weitaus mehr bedeutet, zeigt "Tanguera". Das Tango-Musical erobert seit 2002 von Buenos Aires aus die Bühnen der Welt. Seine Premiere in der Kölner Philharmonie lebte natürlich von virtuosen Tänzern - in einem Stück, das auch Schwächen hat.

von Von Klaus Lipinski

, 01.08.2008
Tempo machen beim Musical "Tanguera" in Köln

Erotisch geht es beim Musical "Tanguera" zu.

 Die Geschichte ist schnell erzählt. Mit Auswanderern landet Heldin Giselle im Hafenviertel, genau dort, wo die Geschichte des Tangos begann. Sie verliebt sich in den Hafenarbeiter Lorenzo, gerät aber in die Hände des mafiösen Zuhälters Gaudencio, der sie zur Tänzerin und Prostituierten macht. Lorenzo will sie zurück. Er besiegt Gaudencio im Messerkampf, tötet ihn nicht, wird aber von ihm hinterrücks erstochen.

Ein Stück ohne Worte Das Stück kommt, abgesehen von drei Songs, ohne Worte aus. Der komplette Ausdruck liegt in der Sprache der Bewegungen. Gezeigt wird einerseits die Entstehung des Tanzes, andererseits die Entwicklung von Giselle vom unschuldigen Mädchen zum erotisch verführerischen Star der Nachtclubs.Mehr Dynamik als Poesie

Es spielt keine Rolle, ob man Schritte und Figuren genau analysieren kann, die Kampfelemente nun "Tango apache" nennt oder die Verzierungen detailliert würdigen kann. Getanzt wurde erstklassig, "Tanguera" hat einen Ruf, bei dem man sicher sein kann, dass nur Spitzentänzer auf der Bühne stehen. Denen geht es hier weniger um Poesie als um Tempo und Dynamik. Manchmal verpasst die Regie von Omar Pacheco darüber, einzelnen Szenen ihre Wirkung zu lassen. Fast hektisch aneinandergereiht steuert das 75-minütige Stück auf seinen Höhepunkt zu. Das Geheimnis des Erfolges liegt eher in der Choreographie von Mora Godoy.

Bis 10.8., Karten unter Tel. (0221) 28 02 80.