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Im Kino

„The Cleaners“ säubern das Internet vom Dreck

Dortmund Die Kino-Doku „The Cleaners“ berichtet, wie Facebook und Co. ihre Seiten von Porno, Perversion und Gewalt reinigen: zu Lasten von philippinischen Billigkräften, die einen hohen Preis dafür zahlen.

„The Cleaners“ säubern das Internet vom Dreck

Nachts in Manila: Manche Gesprächspartner in „The Cleaners“ wollten lieber nicht erkannt werden. Foto: Farbfilm

Delete. Ignore. Löschen oder stehen lassen? Der Job philippinischer Büroarbeiter klingt einfach. Sie wählen zwischen zwei Optionen und entscheiden, ob Bilder aus dem Internet verschwinden. Sie tun das im Auftrag von Google, Twitter, Facebook, sind aber verpflichtet, über ihre Tätigkeit zu schweigen.

Digitale Putzkolonne

Hans Block und Moritz Riesewieck haben die Angestellten der Internet-Riesen aber doch zum Reden gebracht. Für ihre Kino-Dokumentation „The Cleaners“ haben sie in Manila recherchiert und die Arbeit einer digitalen Putzkolonne unter die Lupe genommen, die das Netz von Kinderpornos und Gewalt säubert.

Facebook und Co. können weiter behaupten, sie hätten eine weiße Weste, was ihre Inhalte angeht. Und tausende „Cleaners“ im Billiglohnland der Philippinen zahlen den Preis: Niemand sieht täglich im Akkord hunderte abscheulichster Exzesse – Folter, Enthauptung, Vergewaltigung – ohne dass ihn das seelisch und körperlich zerfrisst.

Digitaler Giftstoff

Auf der einen Seite erzählt der Film als Sozialstudie vom Elend ausgebeuteter Menschen. Es ist die alte Geschichte von der Verlagerung „toxischen“ Materials in die sogenannte Dritte Welt, nur dass der Giftstoff digitaler Natur ist.

„The Cleaners“ zeigt eine Anhörung in Washington, wo Vertreter der Internetkonzerne beschönigend von „Klick-Arbeitern“ sprechen, die sie aber nicht so nennen. Die Herren sind glatt wie Aale, fragt man nach „Content Management“ und der Verantwortung für Inhalte auf ihren Seiten. Hier wird es komplex, weil es nicht bloß um Arbeitsbedingungen für die Zensur-Kolonnen geht.

Erhellende Fragen

Block und Riesewieck treten den Beweis an, dass Facebook in die Pflicht zu nehmen ist für die Verbreitung von Hass und Fake News, sie fragen nach Ethik und Moral im Geschäftsmodell sozialer Medien. In Myanmar machte ungefilterte Hetze gegen die muslimischen Rohingya via Facebook die Runde, ein Pogrom und viele Tote waren die Folge. Der Film offeriert keine Patentlösungen, stellt aber erhellende Fragen. Wichtig, aufklärerisch, sehenswert.

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