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Theaterstück "Zögling Törleß": Mobbing unter Musil-Models

MÜLHEIM Bühnenfassungen von Romanen sind "in" bei den Regisseuren - und Robert Musils "Verwirrungen des Zöglings Törleß" sind Abistoff. Was also liegt näher, als gerade diese Internatsgeschichte für Oberstufenschüler auf die Bühne zu bringen? Nach Hamburg, Aachen und Moers geschieht dies nun auch im Mülheimer Theater an der Ruhr.

von Von Klaus Stübler

, 16.01.2009
Theaterstück "Zögling Törleß": Mobbing unter Musil-Models

Die Mülheimer Zöglinge.

Regisseur Albrecht Hirche hat für das "Junge Theater an der Ruhr" den Roman selbst adaptiert und zeichnet auch für die Ausstattung verantwortlich. Die äußere Handlung um Mobbing und Gewalt unter Jugendlichen interessiert ihn dabei nicht so sehr. Wichtiger ist ihm die "innere Handlung" des unbeteiligt-beteiligten Törleß, der hinter der empirischen Wirklichkeit ein dunkles, verborgenes Sein erspürt und die Seelen der Mitschüler zu ergründen sucht.

Alles erscheint als ein Gedankenexperiment dieses Törleß. Er selbst und seine drei Mitschüler sind skurrile Models in karierten Anzügen: gestylt, geschminkt und mit Perücken auf dem Kopf. Marco Leibnitz kehrt das Mädchenhafte des Törleß heraus, ehe er zuletzt als "Wissender" dem von ihm zitierten Kant ähnelt. Nils Amadeus Langes Basini ist ein tumbes, jämmerliches Opfer. Mirco Monshausen macht den Beineberg mit finsterem Blick zu einer Art Freddie Mercury. Andreas Potulski als androgyner Reiting wird zuletzt zur Hure. Da hat dann auch die echte Liebesdienerin Bozena (Gabriella Weber) ausgedient, welche die Zöglinge zuvor als Mutterersatz gebraucht hatten. Demaskiert als Regieassistentin, reicht sie dem Törleß das Textbuch: den Musil-Roman.

Termine: 19., 20.1., 11., 12.2.; Karten-Tel.: (0208) 599 01 88.

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