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"Trust"-Schau im Dortmunder U-Turm

DORTMUND. Vertrauen setzen wir in andere Menschen und Institutionen, aber auch in technische Apparate und Medien. Die Ausstellung „Trust“ im Dortmunder U-Turm hinterfragt diese Haltung, macht auf die Brüche aufmerksam.

von Von Britta Helmbold

, 01.08.2010
"Trust"-Schau im Dortmunder U-Turm

Die Lichtblitze, die Carsten Nicolais drehender Zylinder in den Raum wirft, sollen das Betrachterhirn zu erhöhter Aufmerksamkeit stimulieren.

14 internationale Künstler haben sich in der Schau des HardwaremedienKunstVereins (HKMV), die Auftakt für das ISEA2010 Ruhr-Projekt ist, mit der Ambivalenz von Vertrauen und Misstrauen auseinander gesetzt. Die Bruchstelle, etwas für wahr halten zu wollen und sich gleichzeitig durch Zweifel zu distanzieren, erfährt der Besucher durch Joan Leandres Videoloop. Der Spanier zeigt Animationen von PC-Spielen, in Momenten ohne Handlung – Natur, Stadt, Straße. Es sind vertraute Szenen und doch ist alles nur konstruiert.

Mit unserem Glauben an wissenschaftliche Ergebnisse spielt Carsten Nicolai. Ein rotierender Zylinder mit perforierter Edelstahl-Oberfläche und einer Lichtquelle dreht sich um die eigene Achse. Mit diesen „Lichtblitzen“ werde das Hirn des Betrachters stimuliert und versetze ihn in einen Zustand „erhöhter Aufmerksamkeit“, erläutert Kurator Andreas Broeckmann.

Neue Raumerfahrungen ermöglicht die Videoinstallation von HC Gilje, der mit projizierten Formen und der realen Architektur spielt. Einen humorvollen Beitrag zur technischen Präzision liefert Sophie Bélair Clément. Die Kanadierin ließ einen 24-köpfigen Chor das Summen einer Leuchtstoffröhre nachsingen. Die aufgezeichnete Tonanalyse macht das Scheitern der Sänger ablesbar.

Das ambivalente Vertrauen in Überwachungssysteme thematisiert Seiko Mikami. 90 kleine, mit LED-Lämpchen ausgerüstete Roboterarme an der Längswand, die zum Teil mit Kameraaugen ausgerüstet sind, verfolgen die Bewegungen im Raum. Die Aufnahmen werden zeitversetzt und gemischt mit weiteren Bildern in einer Videoprojektion auf der Kopfwand kaleidoskopartig wiedergegeben.

Das Künstlerkollektiv knowbotic research animiert den Besucher zur Aktion: Man zieht in der Schau eine Nummer, und mit der erhält man beim Imbiss Wurstkultur am Westenhellweg eine kostenlose Wurst oder man leiht sich den sogenannten Ghillie Suit, einen Tarnanzug, aus, mit dem sich der Träger unerkannt in der Öffentlichkeit bewegen und neue Erfahrungen sammeln kann.  

  • www.isea2010ruhr.org 
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