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Unter der Zweigertbrücke

T. D. Reda

Auf eine solche Idee muss man erst mal kommen: Unter der Zweigertbrücke am Rhein-Herne-Kanal belauscht ein Rentner zufällig ein Treffen der "Wahren Chronisten des Ruhrgebiets". Die lassen sich dort des Nachts von Kandidaten, die in ihre Reihen aufgenommen werden wollen, schier unglaubliche Geschichten erzählen.

von Von Hermann Beckfeld

, 04.11.2010
Unter der Zweigertbrücke

Dem Rentner sprießt am gesamten Körper eine Gänsehaut, als er davon hört, wie Werner der Teufer unter Tage eine prophetische Erscheinung hat. Wie ausgerechnet der größte Ruhrpott-Blödmann ins Weltall entführt wird und das gesamte Universum verblüfft. Und wie Hans Jürgen Wohlgefahrt auf einer Feier des Pudelzüchterverbandes Emscher-Lippe aus Versehen sein wahres Gesicht zeigt. Und vom Zeitreisenden, dessen Mission, den Beginn der Weltrevolution in Essen-Vogelheim zu beobachten, an der Ruhrgebietssprache und am Alkohol scheitert.Geflunkert?

Allerdings: Wenn den Chronisten eine Geschichte zu sehr geflunkert erscheint, wird dem Kandidaten die Zunge mit einer Geflügelschere abgeschnitten.

Ich übrigens glaube, dass all das, was T. D. Reda in seinem neuen Roman "Unter der Zweigertbrücke" erzählt, die reine Wahrheit ist. Auch und gerade das von Außerirdischen und Zeitreisenden im Ruhrgebiet. Wo sonst erregen Ortsfremde mit seltsamer Sprache, ungewöhnlichem Aussehen und geheimnisvoller Herkunft denn weniger Aufsehen! T. D. Reda: Unter der Zweigertbrücke, Henselowsky Boschmann, 8,01 Euro, ISBN 978-3-942094-05-4.