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Ausstellungen „Kunst & Kohle“

Verhüllung von Schloss Strünkede ist schwierig

Herne Es ist nicht leicht, das Schloss Strünkede in Herne zu verhüllen. Probleme macht vor allem der Wassergraben. Die Monteure der Firma Argesmart, die schon 2017 ein ganz ähnliches Kunstwerk bei der documenta in Kassel realisiert haben, müssen umdenken.

Verhüllung von Schloss Strünkede ist schwierig

Ihn bringt nichts aus der Ruhe: Raimund Apel und sein bis zu sechsköpfiges Team verhüllen Schloss Strünkede. Foto: Jäger

Das Schloss Strünkede in Herne soll sich bis Samstag in ein modernes Kunstwerk verwandeln. Doch die Verhüllung mit Kohlesäcken (wir berichteten) ist viel komplizierter als die ähnliche Kunstaktion bei der documenta 2017 in Kassel.

Wassergraben hemmt Verhüllungsarbeit

Dort hatte der Künstler Ibrahim Mahama aus Ghana die historischen Torwachen in Säcke packen lassen. „Kassel war wesentlich einfacher“, sagt Raimund E. Apel, Chef der Firma Argesmart. „Da konnten wir mit Kränen und Hubsteigern arbeiten.“

Doch das Wasserschloss in Herne wird von einer Gräfte umgeben, da kann kein Kran stehen. Auch der Innenhof bot keine Lösung. „Da kommen wir nur mit einem kleinen Hubsteiger hinein“, seufzt Apel.

Montage in schwindelerregender Höhe

Also: Beim Montieren der 2000 Quadratmeter Stoff ist mehr Muskelkraft gefragt. Zwei Höhenkletterer arbeiten sichtlich angstfrei auf dem 15 Meter Dachfirst oder hängen an der Fassade. Gesichert sind sie an den Schornsteinen.

Die 80 bis 100 Quadratmeter großen Stücke aus Tausenden von Kohlesäcken, die auf Zeche Westerholt zusammengenäht worden waren, müssen sie mit Kabelbindern zusammenfügen und an Rohren befestigen. Diese ziehen sich über die Außenfassade und dienen zugleich als Sprinkleranlage.

Verhüllung von Schloss Strünkede ist schwierig

Francis Djiwornu ist der Assistent von Ibrahim Mahama. Foto: Jäger

Wer jetzt aber denkt, in der Gräfte sei ja genug Wasser zum Löschen, der irrt. Die Rohre werden an einem Hydranten angeschlossen, weil das Schloss auf Holzpfählen steht, die nicht trocken fallen dürfen.

Größtes Aspirin der Welt

Raimund Apel wurde bekannt, als er 1999 das Hochhaus von Bayer Leverkusen als größte Aspirinschachtel der Welt (120 Meter hoch und 65 Meter breit) verkleidete. „Damit haben wir es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft“, erzählt er.

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Seine Arbeit in Kassel hatte den Künstler Mahama so beeindruckt, dass er darum bat, dass Apel auch in Herne zum Einsatz kommt. Allerdings hatte es in den letzten 14 Tagen Verzögerungen gegeben, weil sich die Jute bei Regen vollsaugt und dann das Fünffache wiegt – Montage unmöglich.

Außerdem müssen die Arbeiten unterbrochen werden, wenn Brautpaare kommen. „Am Freitag hatten wir allein vier Hochzeiten“, sagt Francis Djiwornu, der Assistent von Ibrahim Mahama, mit einem Lachen.

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