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Dortmunder Konzerthaus

Virtuose Augustin Hadelich macht Sibelius‘ Violinkonzert zur Seelenmusik

Dortmund In den USA spielt der Musiker Augustin Hadelich in der Top-Liga: 2006 gewann er dort den wichtigsten Geigenwettbewerb. Auch im Dortmunder Konzerthaus zeigte er jetzt Weltklasseformat.

Virtuose Augustin Hadelich macht Sibelius‘ Violinkonzert zur Seelenmusik

Der amerikanische Geiger Augustin Hadelich spielt in der Top-Liga. Das bewies er auch im Dortmunder Konzerthaus. Foto: Rosalie O’Connor Foto: Rosalie O'Connor

2016 wurden die Aufnahme des Dutilleux-Violinkonzerts mit einem Grammy ausgezeichnet. Gerade hat ihn „Musical America“ zum Instrumentalist des Jahres 2018 gekürt. Am Dienstag (und Mittwoch) war der 33-jährige Geigenvirtuose nun im Dortmunder Konzerthaus zu erleben - und begeisterte auch hier mit seinem Können.

Künstler durchlebt das Werk sogar körperlich

Hadelich macht dabei das Violinkonzert von Sibelius zur Seelenmusik, die er mithilfe der ihm anvertrauten Stradivari-Geige feinsinnig-sensibel zum Klingen brachte. Wer ihn beobachtete, merkte, wie sehr sich der deutschstämmige Amerikaner mit dem Werk identifizierte, wie er es nicht nur mit seinem lyrisch singenden, geschmeidigen Ton, sondern auch mit seinem Körper „durchlebte“. Das virtuos-technische Raffinement des Konzerts wurde von ihm nonchalant und gleichsam nebenbei erledigt.

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Die Dortmunder Philharmoniker unter dem russischen Gastdirigenten Dmitri Liss breiteten Hadelich dazu einen schönen Klangteppich aus. Mit der rhythmischen Finesse ihres außergewöhnlichen Solisten indes konnten sie nicht immer mithalten. Das zeigte sich schon gegen Ende des ersten Satzes, wo man nicht zusammen war, und dann auch im ekstatisch überschäumenden Finale. Hadelichs Zugabe: das ganz zart und schlicht gespielte Andante aus der zweiten Bach-Solosonate.

Ein leidenschaftliches Seelendrama entfaltet sich

Ein noch leidenschaftlicheres Seelendrama sollte sich danach in der „Manfred“-Sinfonie von Tschaikowsky über die finsteren Abgründe in der Psyche des gleichnamigen Byron-Helden entfalten. Der vehemente Dmitri Liss kehrte mit den Dortmunder Philharmonikern jedoch mehr das Bravourstück heraus.

Da wurden die Möglichkeiten des Orchesters effektvoll vorgeführt. In den Rahmensätzen prunkten die glänzenden Blechbläser mit sattem Sound. Im Scherzo blühte ein duftender Walzer auf, die Pastorale ließ die Streicher schwelgen. Der letzte Satz glich - passend zur Jahreszeit - einem dramatisch wirbelnden Wintersturm.

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