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Abschlusskonzert Klangvokal

Vivica Genaux triumphiert mit "Juditha triumphans"

DORTMUND Den Höhepunkt hat sich das Dortmunder Musikfestival "Klangvokal" bis zum Schluss, der letzten von 25 Veranstaltungen in drei Wochen, aufgehoben: "Juditha triumphans", das einzige erhaltene Oratorium von Vivaldi, das am Sonntagabend in St. Reinoldi zum Triumph für Mezzosopranistin Vivica Genaux wurde.

Vivica Genaux triumphiert mit "Juditha triumphans"

Vivica Genaux war der Star des Abschlusskonzerts.

Dieser "Veni, vidi Vivica"-Abend hätte eigentlich "Vivica triumphans" heißen müssen. Die fast 43-Jährige kam, sang und siegte mit einer überwältigenden Präsenz. Ein Oratorium, das eigentlich eine dramatische Oper ist, hat Vivaldi nur mit fünf Frauenstimmen besetzt, weil er diese Sängerinnen in seinem Waisenhaus in Venedig zur Verfügung hatte. Man kennt aus dem 1716 komponierten, zweieinhalbstündigen Werk allenfalls die große Rachearie des Dieners Vagaus, der Judiths Mord an seinem Herrn Holofernes sühnen will. Diesen Diener mit der großen Bravourarie sang Vivica Genaux mit beeindruckender Koloratursicherheit in den rasanten Tonkaskaden. Leicht und schlank führte sie ihren Mezzo; ihre Stimmbänder behandelt die in Alaska geborene großartige Sängerin wie ein Instrument.Listige Mörderin Die Juditha war ebenfalls vortrefflich besetzt mit Sonia Prina, die viele Facetten einer Frau zwischen flehender Liebender und listiger Mörderin zeigte. Mary-Ellen Nesi sang den ihr verfallenen Holofernes mit dunklem, männlich klingenden Mezzo. Yetzabel Arias Fernandez war als Judithas Dienerin Abra mit leuchtender Stimme auch vortrefflich besetzt, ebenso wie Alessandra Visentin als tiefer Alt des Hohepriesters Ozias. Ottavio Dantone leitete die Accademia Bizantina, die auf historischen Instrumenten höchst vital und mitreißend musizierte und Vivaldis Musik, in der auch Tauben in der Blockflöte turteln, eine Viola d'amore schmeichelt und eine Barock-Mandoline eine Serenade anstimmt, zu einem vibrierenden, farbenreichen Erlebnis machte.Chor blieb blass Der Sinfonische Chor der Chorakademie Dortmund hatte in nur sechs Auftritten in dem Oratorium nicht viel zu tun. Vielleicht lag es an den langen Singpausen oder der Chor-Aufstellung weit hinten, dass der Chor etwas blass blieb. Das Vivaldi-Oratorium war jedoch viel mehr als eine lohnende Entdeckung: ein Geschenk an das Festivalpublikum.

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