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Vom Handlanger zum Big Boss

Ridley Scotts "American Gangster" verhandelt Aufstieg und Fall des ersten Schwarzen, der zum großen Drogenmogul wurde.

Vom Handlanger zum Big Boss

Denzel Washington als Frank Lucas in dem Drama "American Gangster" von Ridley Scott.

Frank Lucas hieß der Mann, in den 70er Jahren war er der König von Harlem. Sein Geschäftscredo: Top-Stoff zu Top-Preisen. Direkt im Goldenen Dreieck gekauft, importiert mit den Frachtmaschinen der Armee, deren Vietnamkrieg Tausende von G.I.s an die Nadel brachte.

Kein Action-Getrommel

Autor der Buchvorlage ist Nicholas Pileggi, der schon Martin Scorsese zu "Good Fellas" inspirierte. An Fieberpuls und Klasse von "Good Fellas" reicht "American Gangster" nicht ganz heran. Scotts Film spielt aber dennoch in der Oberliga großer Epen ("Traffic", "Casino"), die sich nicht mit Action-Getrommel abgeben, sondern die innere Mechanik des Verbrechens beleuchten.

Zerknautschter Fahnder mit Prinzipien

Zwei Erzählstränge, zwei Männer auf verschiedenen Seiten. Russell Crowe spielt den Fahnder Richie. Brav liefert er die Million beschlagnahmtes Drogengeld auf der Wache ab. Jeder andere hätte abkassiert. Korruption unter New Yorks Cops ist gang und gäbe und eines der Schmiermittel für den Aufstieg der Syndikate. Richie mag ein zerknautschter, leicht abgewrackter Problemfall sein, aber er hat Prinzipien. Er ist ein Unbestechlicher. Und er wird den Saustall bei der Polizei ausmisten.

Denzel Washington ist als Frank Lucas zu sehen. Vom Handlanger und Chauffeur zum Big Boss und Unternehmer. Franks Organisation stützt sich auf seine Familie. Er selbst bleibt im Hintergrund, bis ihn ein protziger Pelzmantel und ein Promi-Platz in der Boxarena ins Visier der Fahnder rücken. Richies Männer ziehen die Schlinge um Lucas immer weiter zu.

"American Gangster" ist eine Zeitreise in das alte New York, bevor der große Kehraus kam: Junkies, Straßenstrich, verrottete Quartiere. Auch ein Trip durch Mode, Stil und Geist der 70er Jahre. Bravouröses Erzählkino.

 

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