Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Klavier-Festival Ruhr

Wayne Marshall schlägt Brücke vom Jazz zur Klassik

DUISBURG Zehn Jahre ist es her, dass der britische Pianist und Organist Wayne Marshall sein Debüt beim Klavierfestival Ruhr gab. Nun, da unter anderem amerikanische Musik im Mittelpunkt des Programms steht, war es Zeit für eine Rückkehr. Mit dem WDR-Rundfunkorchester präsentierte Marshall - in einer Doppelrolle als Dirigent und Klaviersolist - in Duisburg einen reinen Gershwin-Abend.

Wayne Marshall schlägt Brücke vom Jazz zur Klassik

Wayne Marshall spielte beim Klavier-Festival Ruhr in der Mercatorhalle in Duisburg.

Die Parallelen zwischen Gershwin und Marshall sind unverkennbar. Beiden mochten sich nicht festlegen auf ein säuberlich getrenntes System von Jazz und ernster Klassik. Den Reiz suchten sie dazwischen. Und mag Marshall bislang nicht als Komponist hervorgetreten sein, so ist er doch ein großer Improvisator. Bei Gershwins Klavierkonzert klingt es nur so, als ließe ein Pianist in den Solokadenzen Erfindungsreichtum freien Lauf. In Wahrheit hat Gershwin die Improvisationen auskomponiert.Dirigent am Flügel Wayne Marshall dirigiert vom Flügel aus. Einfach ist das nicht miteinander zu verbinden. Aber Marshall macht es derart souverän, dass man nur fasziniert zusehen kann, wie er kurze Pausen in einer Hand nutzt, mitten in den Solopassagen noch Einsätze zu geben. Ein Blick in die Gesichter der Orchestermusiker reicht, um zu sehen: Die Arbeit mit dem 51-Jährigen macht ihnen Spaß - und das Ergebnis bereitet auch dem Publikum Freude.Keine optimale Lösung Marshall ist ein glänzender Interpret der sprühenden Mischung aus Jazz, Blues und Ragtime, die immer wieder auch spätromantische Anklänge durchscheinen lässt. Die Lösung, mit dem Rücken zum Publikum und ohne Deckel auf dem Flügel zu spielen, ist akustisch nicht optimal, aber sie funktioniert. Das Orchester hat die Vielseitigkeit und eine Menge guter Solisten, ohne die das Concerto nicht funktioniert. Der zweite Teil gehört allein dem klanglich differenzierten Klangkörper und dem Dirigenten Marshall, der präzise Einsätze gibt und mit kräftigen dynamischen und klanglichen Kontrasten arbeitet.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

„Hans Heiling“ in der Aalto-Oper

Glück auf: In Essen feiert eine Kohle-Oper Premiere

Essen .Die Museen in der Region würdigen das Ende des Steinkohlebergbaus 2018 mit großen Ausstellungen. Die Aalto-Oper Essen beteiligt sich an dem Erinnerungsmarathon. Mit einer Bergbau-Oper.mehr...

Philharmonie Essen

Glanzvoller Abend mit zwei Opernstars

Essen Wolfs „Italienisches Liederbuch“ mit Diana Damrau und Jonas Kaufmann aus Essen soll auf CD erscheinen. In der Philharmonie Essen begeisterte dieser Abend.mehr...

Berlinale

Flucht ins Ungewisse

Berlin Mit Christian Petzolds „Transit“ findet der Berlinale-Wettbewerb einen ersten Höhepunkt. Der Regisseur verlegt einen Roman von Anna Seghers beklemmend selbstverständlich in die Gegenwart. mehr...

Buchkritik

Maurizio de Giovanni: „Frost in Neapel“

Maurizio de Giovanni lässt in „Frost in Neapel“ Polizist Lojacono bereits in seinem vierten Fall in der Stadt am Fuße des Vesuvs ermitteln. Im kältesten Winter seit Jahrzehnten wird in der Stadt am Mittelmeer ein Geschwisterpaar umgebracht.mehr...