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Schumacher-Schau ist eine runde Sache

Emil-Schumacher-Museum

Das letzte große Gemälde, das Emil Schumacher kurz vor seinem Tod schuf, heißt „Paseo“. Es zeigt ein Rad – ein Symbol, das ihn zeitlebens beschäftigte.

Hagen

09.05.2018
Schumacher-Schau ist eine runde Sache

Emil Schumacher malte „Helios“ 1988 und benannte das Bild nach dem griechischen Sonnengott. Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Wirklich erstaulich, welche neuen Aspekte das Emil-Schumacher-Museum in Hagen dem Werk dieses abstrakten Expressionisten immer wieder abgewinnt, und zwar scheinbar mühelos und sehr überzeugend. Am Sonntag eröffnet dort die Schau „Räder:Werk“ – eine runde Sache um das Motiv des Rades herum.

Optisch interessante Struktur

Zwar sind es diesmal „nur“ 58 Arbeiten, darunter aber wirklich prächtige Riesenbilder wie das sonnengelbe Werk „Helios“ aus dem Jahr 1988.

Es bildet einen Höhepunkt des Spätwerkes, in dem sich der Künstler dem Motiv des Rades erneut zuwandte. Schon ganz frühe Arbeiten wie der „Roder“ von 1950, ein landwirtschaftliches Fahrzeug mit einfachem Sitz, oder der Linolschnitt „Drehorgelmann“ von 1951 zeigen Doppelräder als optisch interessante Struktur.

Schumacher-Schau ist eine runde Sache

Rouven Lotz und Praktikantin Lara Kemler zeigen einen Entwurf, den Emil Schumacher 1993 für das Dortmunder Arbeitsamt schuf. Das fertige Keramik-Relief sah allerdings ganz anders aus, es existiert bis heute. Foto: Jäger

Emil Schumacher – ein passionierter Spaziergänger – habe sich sehr mit der bäuerlichen Landschaft beschäftigt, erklärte Rouven Lotz als wissenschaftlicher Leiter des Museums. Das Rad war wohl für den Künstler Symbol des menschlichen Erfindungsreichtums, stand aber auch für die Veränderung der Natur.

„Echo innerer Bilder“

So reicht die Bandbreite der Werke von gut erkennbaren Männern mit Karren auf erdfarbenem Untergrund bis zum Antikriegsbild „8. Mai“, auf dem Fahrzeuge und Menschen in einen Abgrund stürzen. Es entstand auf Anregung des Plakatkünstlers Klaus Staeck. Das Ende der Entwicklung bilden Werke, in denen das Rad und seine Speichen zur reinen, kraftvollen, abstrakten Form werden – in super-dickem Farbauftrag, wie er für Emil Schumacher typisch war.

„Schumacher erzählt nicht“, warnt Lotz vor einem Missverständnis, „er ruft ein Echo innerer Bilder hervor.“ Dennoch äußerte Emil Schumacher öffentlich bis zuletzt immer wieder seine Sorge um die Natur und kritisierte zum Beispiel die Abholzung des Regenwaldes.

Emil Schumacher Museum Hagen: „Räder:Werk“, Museumsplatz 1, 13.5. (Eröffnung 11.30 Uhr) - 14.10., Di-So 12-18 Uhr, Katalog 19,90 Euro.