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Neuer „Star Wars“ zeigt Vorleben des Piloten Han Solo

Demnächst im Kino

Wo traf Han Solo eigentlich Chewbacca? Und wie verdiente er sich seine Sporen? Das sind Fragen aus dem Universum, denen nun „Solo: A Star Wars Story“ nachspürt. Kein besonders origineller Streifen, aber auch nicht überflüssig, meint unser Kinokritiker.

Dortmund

, 18.05.2018
Neuer „Star Wars“ zeigt Vorleben des Piloten Han Solo

Hauptsache, die Frisur sitzt: Han Solo (Alden Ehrenreich) und Chewbacca (Joonas Suotamo) im neuen Star-Wars-Ableger. Der Film kommt in der nächsten Woche am 24. Mai in die Kinos. Foto: Olley/Lucasfilm

Nicht dass uns diese Fragen auf den Nägeln brennen. Man kann ihnen aber nachgehen, wenn man freie Hand hat bei einem „Stand alone“-Film: Was meint, dass ein Streifen wie „Solo: A Star Wars Story“ für sich steht und nur locker an George Lucas andockt.

„Solo“ ist der zweite „Alleinsteher“ nach „Rogue One“, mit dem „Star Wars“ zum Franchise wurde, das mit Figuren und Motiven jongliert und für Disney wertvoll ist wie die Lizenz zum Gelddrucken. Machen wir noch einen „Stand alone“: über den jungen Han Solo!

Treffen im Schlammloch

In Cannes schien die Schreiberschar einig in der Nörgelei. Das Projekt sei überflüssig, Hauptdarsteller Alden Ehrenreich ein Nullinger-Mime. Das stimmt so nicht. „Solo: A Star Wars Story“ ist weder ein besonders schlechter, noch ein überflüssiger Film.

Und sein Hauptdarsteller hat sicher einen linkischen Charme, was aber bei Grünschnabel-Piloten nicht abwegig ist. Man schaue auf Harrison Ford im „Star Wars“ von 1977: Es gibt Momente, da spielt er so hölzern, dass man kichern muss. Sein verjüngtes Ego Alden Ehrenreich hält sich durchaus wacker.

Dreharbeiten liefen nicht ganz rund

Dass einiges nicht rund lief bei den Dreharbeiten, merkt man dem fertigen Film aber doch an. Auf halber Strecke wurden die Regisseure Phil Lord und Chris Miller gefeuert und durch den soliden Blockbuster-Handwerker Ron Howard („Apollo 13“) ersetzt. Wenn Han und ein dreckiger Wookie unter der Dusche stehen (sie trafen sich im Schlammloch), meint man den anarchischen Witz von Lord und Miller („21 Jump Street“) aufblitzen zu sehen. Aber nur ganz kurz.

Howard hat es nicht so mit Humor, aber Tricks, Schauwerte, Action setzt er effektiv in Szene, am besten beim Überfall auf einen fahrenden Zug, der fast 15 Minuten Spannung generiert. Han Solo steuert dort einen Raumgleiter, endlich kann er zeigen, was er laufend behauptet: „Ich bin ein super Pilot!“

Nicht der stimmigste „Star Wars“

Als Räuberpistole aus dem All funktioniert der Stoff, er wirkt aber sprunghaft erzählt. Ein Energiespender namens Coaxium wird zum Treibstoff der Handlung, Hitchcocks uralter „McGuffin“ lässt grüßen. Nicht sehr originell von den Autoren Jon und Lawrence Kasdan (der Veteran der Serie). Die bauen Weltall-Folklore mit Aliens und Kartenspiel nach Art der „Cantina“-Sequenz ein, verzetteln sich aber beim Personal.

Viele schauen vorbei (Woody Harrelson, Paul Bettany, Donald Glover als Lando Calrissian), manche gehen schnell (Thandie Newton), andere laufen seltsam nebenher – wie Emilia Clarke, die offenbar eine Fortsetzung bewirbt, als sie mit jemand Verbotenem paktiert. Nicht der beste, stimmigste „Star Wars“-Streifen, aber immer noch formidable, bilderprächtige Unterhaltung.