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WLT vereint Theater in der Mitte

Westfälisches Landestheater

Das Westfälische Landestheater in Castrop-Rauxel (WLT) hat am Montagnachmittag (4.6.) ein zentrales Proben- und Logistikzentrum eröffnet. Damit erfüllen sich die Ensembles einen langen Traum.

Castrop-Rauxel

von Tobias Wurzel

, 04.06.2018
WLT vereint Theater in der Mitte

Die Architekten Martin Heiderich und Angela Rösler haben das Proben- und Logistikzentrum des Westfälischen Landestheater in Castrop-Rauxel entworfen: schlichtes Design für effiziente und einheitliche Probenarbeit. Foto: Wurzel

Mattschwarz flimmert der moderne schlichte Bau des Proben- und Logistikzentrums des WLT an der Europahalle bei der Eröffnung in der Sonne. Ohne Fenster sind die Räume ideal für Theaterproben geeignet. Die Ensembles, die bisher über die Stadt verteilt probten, sind nun umgezogen.

Intendant sieht Zentrum als „Sicherheitshaken“

„Wir haben mit dem Zentrum endlich alle zusammengeführt zu einer Einheit“, erklärte WLT-Direktor Günter Wohlfahrth den Hauptgrund für den Neubau. Das Zentrum liegt gegenüber des Theaterbaus von 1976, der für die Proben immer zu klein war. Die gemieteten Außenstellen konnte das WLT nun aufgeben. Pläne für das Zentrum gibt es schon seit fünf Jahren.

Auch Intendant Ralf Ebeling zeigte sich begeistert: „Das ist wie ein Sicherheitshaken – das erste Mal gehört etwas wirklich uns“, betonte er. „Jetzt sind wir da angekommen, wo ein Theater hingehört: in der Mitte.“

Proben für vier Inszenierungen gleichzeitig möglich

Die Ensembles hätten sich nie als ein Theater gesehen. „Schön, dass wir jetzt auch dem Kinder- und Jugendtheater begegnen“, sagte Vesna Buljevic vom Abendensemble. „Es fehlt aber noch ein bisschen Leben.“ Etwas Wehmut klingt mit, wenn sie von den ehemaligen Proberäumen spricht.

Vier Inszenierungen können nun in zwei identischen Räumen mit je zwei Holzbühnen geprobt werden. In den kahlen Beton sind Fenster zur Technik eingelassen.

Requisiten und Kulisse

Leben gibt es dafür nebenan: bunte Kleider, ein Holzschiff, ein Auto – Kulisse und Requisiten. Das 650 Quadratmeter große Logistikzentrum ist zwar aus Brandschutzgründen von den Proberäumen getrennt, aber durch ein Dach damit verbunden. Ein Gabelstapler beliefert die Räume.

Vor dem Zentrum stehen Container, das WLT tourt durch Deutschland. Und es gibt Gemeinschaftsräume mit Küche.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Das bietet das Proben- und Logistikzentrum vom WLT

04.06.2018
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Auf dem Gelände eines ehemaligen Ascheplatzes ist das Proben- und Logistikzentrum entstanden - direkt neben der B235 und dem WLT. Die verbundenen Zentren für Proben und Logistik waren am Montag (4.6.) zur Eröffnung fertig. Der Parkplatz davor, den das Theater nicht gepachtet hat, befand sich noch in Bau. Foto: Wurzel
Das Gelände des WLT ist mit einem Zaun abgesperrt, dahinter befinden sich auch die Wechselcontainer, mit denen die Ensembles auf Tour gehen. Foto: Wurzel
Das Westfälische Landestheater ist eines von vier Landestheatern in NRW. Foto: Wurzel
Intendant Ralf Ebeling (l.) und WLT-Direktor Günter Wohlfarth stehen am Montag (4.6.) bei der Eröffnung vor dem Eingang zum Logistikzentrum. Die Lkw können in die Halle hineinfahren und Requisiten und Kulisse dort aus- bzw. einladen. Foto: Wurzel
Ein rotes Auto gehört zur Kulisse, die im neuen Zentrum lagert. Foto: Wurzel
In den langen, deckenhohen Regalen sind vor allem Stühle aufgereiht. Foto: Wurzel
Auch größere Teile der Theaterkulisse können durch das große Tor befördert werden. Foto: Wurzel
Zwei blaue Laternen stehen im neuen Logistikzentrum des WLT. Kleinere Requisiten sind in einem Nebenraum untergebracht. Foto: Wurzel
Kleiderständer mit bunten Kostümen stehen im Logistikzentrum. Foto: Wurzel
Ein schwarzes Schiff aus Holz zählt ebenfalls zum neuen Inventar des Gebäudes. Foto: Wurzel
Zwischen den Regalen fährt ein Gabelstapler, der die Requisiten auch in die Proberäume nebenan befördern kann. Foto: Wurzel
Fast alle Räume im Proben- und Logistikzentrum des WLT sind mit dem Gabelstapler befahrbar. Foto: Wurzel
Ein Dach verbindet die beiden Gebäude. Eventuell soll es in Zukunft einen direkten Anschluss zur B235 geben. Foto: Wurzel
Die Architekten Martin Heiderich und Angela Rösler haben die Pläne für das Zentrum entworfen. Wegen kontaminierten Materials im Boden des Grundstücks musste zunächst saniert werden, und die Architekten haben den Entwurf aus statischen Gründen gespiegelt. So liegt das Probenzentrum nun etwas weiter entfernt vom WLT. Foto: Wurzel
Das Probenzentrum ist in zwei Proberäume geteilt. In der Mitte ist ein Gang. Der Gabelstapler kann hier durch ein Tür auch die obere Etage erreichen. Foto: Wurzel
Die Proberäume sind schlicht: Es gibt je zwei flache Holzbühnen. Zur Eröffnung spielte auf einer der Bühnen eine Band. Foto: Wurzel
Auf der gegenüberliegenden Bühne waren zur Eröffnung des Zentrums Stühle aufgereiht. Sonst soll hier auch geprobt werden. Foto: Wurzel
Durch ein Fenster im Beton können die Techniker in den Proberaum sehen. Foto: Wurzel
Die Technik ist größtenteils aus den ehemaligen Proberäumen im Stadtgebiet übernommen worden. Foto: Wurzel
Der zweite Proberaum ist identisch aufgebaut. Auch hier gibt es einen Technikraum. Foto:Wurzel
Auf der oberen Etage des Probenzentrums gibt es Mehrzweckräume, die eventuell für Festivals genutzt werden. Foto: Wurzel
Unten befindet sich ein heller Gemeinschaftsraum. Die Ensembles begegnen sich erstmals alle in einem Zentrum. Foto:Wurzel
Im Gemeinschaftsraum besteht auch die Möglichkeit, zu kochen. Foto: Wurzel
Das Westfälische Landestheater liegt direkt gegenüber und ist zu Fuß erreichbar. Foto: Wurzel
Das Gebäude des WLT stammt aus dem Jahr 1976, es war dem WLT für Proben und Logistik stets zu klein. So kam es, dass die Ensembles in seperaten Räumen probten. Foto: Wurzel
Das Westfälische Landestheater ist 1933 in Paderborn gegründet worden und zog nach dem Krieg im Jahr 1946 nach Castrop-Rauxel, zunächst in die Altstadt. Foto: Wurzel

Als kontaminiertes Material auf dem Grundstück gefunden wurde, musste Architekt Martin Heiderich umdenken: „Wir haben den Bau soweit wie möglich nach hinten verlagert und den Entwurf gespiegelt.“ Der Bau kostet etwa 1,6 Millionen.

Das Westfälische Landestheater wurde 1933 in Paderborn gegründet und zog 1946 nach Castrop-Rauxel. Zur Zukunft des WLT sagte Wohlfahrth: „Wir nutzen die Synergieeffekte. Wir können Rüstzeit und Überstunden reduzieren“. Zu mehr Auftritten wird es wohl nicht führen. Im Vordergrund steht neben effizienter Probenarbeit vor allem die Einheit der Ensembles.

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