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Konzerthaus Dortmund

Weltweit ältestes Streichquartett bot geistreiche Unterhaltung

DORTMUND. Ein Streichquartett sei eine "geistreiche Unterhaltung von vier vernünftigen Leuten", schwärmte Goethe. Das Auryn Quartett gehört zu den Ensembles, bei denen man dem Dichter gerne zustimmt: So harmonisch, so perfekt auf einander abgestimmt und eingespielt musizieren die vier Streicher im Dortmunder Konzerthaus. Und so einen vollendet schönen Klang hat dieses Ensemble.

Weltweit ältestes Streichquartett bot geistreiche Unterhaltung

Das Auryn Quartett ist in der Region beheimatet und das dienstälteste Streichquartett der Welt.

Die von Goethe beschriebene Vernunft kommt auch mit dem Alter: Mit 34 Jahren ist das Ensemble das älteste Quartett der Welt, das in unveränderter Besetzung spielt.

Am Mittwoch hatten Matthias Lingenfelder, Jens Oppermann (Geigen), Stewart Eaton (Bratsche) und Andreas Arndt (Cello) ein Heimspiel im Konzerthaus Dortmund; die Musiker leben in der Region, in Dortmund, Unna, Köln und Detmold und hatten viele Freunde mitgebracht. Es war das bestbesuchte Konzert der Streichquartettreihe seit Langem.

Beeindruckender Klang

Was für ein schöner Klang in Haydns G-Dur-Quartett. Es beeindruckte tief, mit wie viel Spielkultur die Streicher vor den langsamen Satz füllten.

Dem kunstvollen Werk des Vaters der Streichquartette stellten die Auryns zwei Frühwerke von Ravel und Mendelssohn gegenüber. Wunderschön klang das Ravelwerk, das das Ensemble in vielen Farben, flirrend im zweiten Satz und mit blühendem Ton im Allegro, ausbreitete. Und die silbrig klingende die Stradivari von Brahms-Freund Joseph Joachim, die Matthias Lingenfelder spielt, in diesem Werk und in dem Quartett von Mendelssohn zu hören, war ein besonders Erlebnis.

Spitzendeckchen

Weich fließen ließen die vier Musiker Mendelssohns Musik. Dicht und trotzdem so transparent, wie man es derzeit wohl nur von den Auryns hören kann, klang der erste Satz. Das Andante legten sie wie ein Spitzendeckchen eines Mozart der Romantik aus, und im Finale klang mit energischem Ton noch Beethoven durch. Differenzierter kann man Mendelssohn kaum ausleuchten.

Aus Sibelius’ zweitem Quartett und dem Jagdquartett von Mozart spielten die Auryns als Zugaben. Man hätte ihnen noch stundenlang zuhören können.

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