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Ausstellung in Oberhausen

Wenn Brigitte ihr Haar schwingt und Romy lacht

Oberhausen Die Ausstellung „Shoot! Shoot! Shoot! erzählt mit 200 Fotos, wie die Stars früher feierten und macht dadurch Geschichte greifbar. Es ist aber nicht das erste Mal, dass diese Bilder zu sehen sind.

Wenn Brigitte ihr Haar schwingt und Romy lacht

Brigitte Bardot verführt mit ihrer voluminösen Haarpracht, rechts von ihr räkelt sich Romy Schneider in Bettlaken. Foto: Freddy Schneider

Eine Frau steht vor einer schwarz-weißen, gerahmten Fotografie, betrachtet sie. „Ach Gott, ist das nicht die Dings ... die, na, sag doch mal“, meint die Frau und zupft an dem Ärmel ihres Begleiters, der schon zum nächsten Bild laufen möchte. Der Begleiter dreht um, legt die Stirn in Falten. „Das ist die ... hier die Liza Minnelli“, sagt er und scheint ein wenig stolz zu sein, weil er Liza erkannt hat.

Szenen wie diese werden sich bestimmt öfter in der Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen abspielen. Denn dort begegnen den Besuchern ab Sonntag bis einschließlich 27. Mai bekannte Stars der 60er- und 70er-Jahre, deren Namen einem schon mal entfallen können.

Schnappschüsse und Selfies

Künstler, Intellektuelle, Ikonen, Modeschöpfer, Schauspieler, Musiker und Models. Sie wollten entfliehen: Weg von den hässlichen Kriegen, die tobten, weg von Bürgerrechtsbewegungen in den USA, weg von allem, was nicht schön ist. Stattdessen wollten sie sich mit Gleichgesinnten Spaß haben.

„Also traf man sich auf exklusiven Parties in Rom, Paris, New York...“, berichtet die freie Kuratorin Ira Stehmann. Dort entstanden Fotos, Schnappschüsse und Bilder, die wir heute als Selfies bezeichnen würden. Manche unfreiwillig, manche mit Posieren. Das ist eine Besonderheit der Ausstellung. Sie verbindet professionelle Modofotos mit Paparazzi-Bildern und privaten Aufnahmen.

200 Fotografien sind ausgestellt

Ausgesucht haben die 200 Fotos Ira Stehmann und Dr. Ulrich Pohlmann, Leiter der Fotografie-Sammlungen im Münchener Stadtmuseum. „Wir haben uns rund 2000 Originalfotos von Sammlerin Nicola Erni angeschaut“, erzählt Stehmann. Nicola Erni stellt diese ausgewählten 200 Bilder der Ludwigsgalerie zur Verfügung. Es ist aber nicht das erste Mal, dass die Ausstellung gezeigt wird. 2016 feierte „Shoot! Shoot! Shoot!“ Premiere in München.

Das Konzept ist dasselbe: Acht Kapitel gliedern die Ausstellung in verschiedene Bereiche, die gut durch unterschiedlichen Wandfarben zu erkennen sind. „Es hat drei Tage gedauert, bis alle Räume mit den speziell angefertigten Farben gestrichen waren“, sagt Direktorin Dr. Christine Vogt.

Besondere Farbe an den Wänden

Speziell, weil es exakt dieselben Farben sind, die auch schon in München benutzt wurden. Das Ergebnis wirkt: Die schwarz-weiß Fotografien setzen sich wunderbar von den knalligen Wänden ab.

Die Galeriebesucher kommen den Stars näher und sehen sie in privaten Situationen. Highlights sind die Beatles, die sich eine Kissenschlacht liefern, Brigitte Bardot, die mit ihren vollen Lippen verführt und ein nackter Yves Saint Laurent.


Die Fotografien, unter anderem von Andy Warhol, David Montgomery und Eve Arnold, sind auf drei Ebenen verteilt.

Bei den vielen nackten Menschen, dem Zigaretten-Qualm und den Champagnergläsern, die auf den Fotos zu sehen sind, wünscht man sich, selbst Gast auf einer dieser exklusiven Feiern gewesen zu sein. Vielleicht wären wir dann auch auf einem der Bilder zu sehen. Und wahrscheinlich hätte ein Besucher unseren Namen vergessen.

Ludwiggalerie Oberhausen: „Shoot! Shoot! Shoot!“, 20. 1. (Eröffnung um 19 Uhr) - 27. 5., Konrad-Adenauer-Allee 46, Di-So 11-18 Uhr, Eintritt 8/4 Euro ermäßigt.

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