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Im Kino

Wie Ferien in den Dolomiten zum Albtraum werden

Dortmund „Drei Zinnen“ ist ein leises, cleveres Psychodrama vor einer imposanten Bergkulisse, das auch die Grausamkeiten eines kleinen Ödipusses zeigt.

Wie Ferien in den Dolomiten zum Albtraum werden

Lea (Bérénice Bejo) und Aaron (Alexander Fehling) reden über die Gefühlslage von Leas Sohn. „Drei Zinnen“ startet am Donnerstag im Kino. Foto: Rohfilm Productions

Mutter, Vater, Kind machen Ferien in den Dolomiten. Vor malerischer Bergkulisse beziehen sie eine Hütte, alles sieht nach Harmonie aus. Aber nur an der Oberfläche. Darunter knistert es, da schwelt ein Konflikt, der mit kindlicher Eifersucht zu tun hat. Aaron (Alexander Fehling) ist nämlich nicht der leibliche Vater des etwa achtjährigen Tristan (Arian Montgomery), sondern nur Stief-Papa. Seit zwei Jahren ist er mit Tristans Mutter Lea (Bérénice Bejo) zusammen, die für ihn ihren Mann verließ.

Konflikt köchelt lange auf Sparflamme

Aus dieser Dreierkonstellation entwickelt Jan Zabeils „Drei Zinnen“ die Spannung eines Psychodramas, das harmlos beginnt, aber nach und nach in Fahrt kommt. Lange köchelt der Konflikt zwischen Kind und Ersatzvater auf Sparflamme, Jan Zabeil (auch Drehbuch) sät leise Irritationen und fährt erst im Finale die Ernte ein, wenn es ums nackte Überleben geht.

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Das ist ein cleverer Ansatz, auch wenn der betuliche Start der Geschichte drauf und dran ist, den Kinogänger einzulullen, bevor das Drama seinen Lauf nimmt. Indem er die großen Paukenschläge ausspart, erzählt der Film dicht am Leben und nah an der Wahrscheinlichkeit, was ihn glaubwürdig macht. Durch den Verzicht auf jede Musik-Dramaturgie wirkt das „Alltagskleid“ der Handlung umso überzeugender. Und dann sind da gute Schauspieler, die aus unaufgeregter Grundruhe heraus ihren Charakteren Profil verleihen.

Ein Mann, der alles richtig machen will

Alexander Fehling ist der Mann, der alles richtig machen will mit seinem eifersüchtigen Ziehsohn. Bérénice Bejos Lea bemüht sich, die Wogen zu glätten. Es gelingt ihr nicht. Aaron und Lea werden nur heimlich intim, doch der Junge mogelt sich zwischen ihnen ins Bett. Nonverbal wird vieles über die Kamera erzählt, die zu den Figuren auf Tuchfühlung geht. Als Aaron und Tristan in die Berge ziehen, brechen Feindseligkeiten aus. Auch ein kleiner Ödipus kann grausam sein. Schauspieler-Kino von Format, handwerklich solide gemacht.

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