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Buchkritik

Wladimir Kaminer: „Ausgerechnet Deutschland“

Wladimir Kaminer beschreibt humorvoll das Aufeinanderprallen der Kulturen in seinem Erzählband „Ausgerechnet Deutschland“.

Wladimir Kaminer: „Ausgerechnet Deutschland“

In Wladimir Kaminers Erzählkosmos tauchen immer wieder Familienmitglieder und Verwandte, Freunde und Nachbarn auf. Doch im neuen Erzählband „Ausgerechnet Deutschland“ des Autors mit russischen Wurzeln geht es vor allem um unsere neuen Nachbarn, die Flüchtlinge – wie auch Kaminer einer ist.

Auf amüsant-kluge Art erkundet Kaminer, wie sich das Land seit der sogenannten Flüchtlingskrise verändert hat. Und wie von ihm gewohnt gibt es groteske Geschichten von den Flüchtlingen, aber auch den Einheimischen. Kaminer beschreibt das Aufeinandertreffen der Kulturen humorvoll, ohne Pathos, völlig unverkrampft.

Beobachter des Alltags

Der genaue Beobachter des Alltags nimmt in diesem Buch gerne die Flüchtlinge aus seinem brandenburgischen Dorf als Beispiel für Integrationsbemühungen. Dort gründeten die Einheimischen das „syrealistische Komitee zur Rettung der Welt“, doch „ihre“ Flüchtlinge wollten dennoch nicht bleiben, erhofften sich von einer größeren Stadt das „Paradies“.

Mit der Google-Übersetzer-App kommt man nicht immer weiter. So verschreckt Kaminers Sohn die muslimischen Asylbewerber mit „Schweineöhrchen“, nicht die vom Tier, sondern vom Bäcker bot er an.

Wladimir Kaminer: Ausgerechnet Deutschland, 240 S., Goldmann, 13 Euro, ISBN 978-3-442-48701-1.

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