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Klavier-Festival Ruhr

Yefim Bronfman gastierte mit dem WDR Sinfonieorchester in Essen

ESSEN Yefim Bronfman erwies sich am Sonntagabend in der Philharmonie Essen als unspektakulärer Solist, dafür aber als echter Teamplayer. Sein Konzert mit dem WDR Sinfonieorchester beim Klavier-Festival Ruhr erfreute sich nicht zuletzt deshalb großen Publikumszuspruchs, weil es eine Dreiviertelstunde vor Anpfiff des Deutschland-Spiels bei der Fußball-EM endete.

Yefim Bronfman gastierte mit dem WDR Sinfonieorchester in Essen

Yefim Bronfman zeigte sich in Essen als Teamplayer.

Bronfman integrierte sich in Beethovens drittem Klavierkonzert mit sensiblem Anschlag, perlenden Läufen und feinen Trillern ins WDR Sinfonieorchester, was dem Werk - ganz im Sinne Beethovens - den Anstrich einer Sinfonie mit konzertierendem Klavier gab. Dieser Eindruck verstärkte sich durch das unter Jukka-Pekka Saraste doch ziemlich aufdrehende Orchester. Aber auch da wusste Bronfman mitzuhalten. So nahm er etwa zur großen Solokadenz im ersten Satz die hereingebrachte satte Orchestervorlage klanggewaltig auf, um sie anschließend wieder in ruhigere Bahnen zu lenken.Stimmungsvolle Komposition Insgesamt war es der Finne Saraste, der dem Abend seinen Stempel aufdrückte. Das begann gleich mit der selten zu hörenden sinfonischen Dichtung "Der Barde" seines Landsmanns Jean Sibelius. In der stimmungsvollen Komposition entfaltete sich die Harfe über warmen Streicherfarben. Vollends in seinem Element war Saraste beim "Konzert für Orchester" von Bartok, das er mit seinem Kölner Orchester furios und mitreißend in Szene setzte. Dabei erwies sich der Dirigent als präziser Zeichengeber, der die Strukturen klar herausarbeitete und zugleich ein feines Gespür für den klanglichen Reichtum erkennen ließ.Technische Probleme Eigentlich wollte er wohl alle fünf Sätze fast nahtlos ineinander übergehen lassen. Doch dann musste Solooboist Manuel Bilz nach dem ersten Satz das Podium verlassen und sich ein neues Instrument holen. "Technische Probleme", wie Saraste trocken vermerkte. Am Ende gab es für die "problemlosen" WDR-Sinfoniker fast so gewaltigen Beifall wie zuvor für den Pianisten.

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