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"manger" bei der Ruhrtriennale

Zäher Mix aus Essen, Bewegung und Gebrummel

BOCHUM Boris Charmatz war in der Ära Heiner Goebbels jedes Jahr mit einer Choreografie bei der Ruhrtriennale vertreten: Nach seinem Blick auf die Kindheit mit "enfant" 2012 und "Levée le conflit" 2013 gab es mit "manger" (essen) am Mittwoch eine Uraufführung in der Bochumer Jahrhunderthalle.

Zäher Mix aus Essen, Bewegung und Gebrummel

Die Tänzer verschlingen Esspapier.

Charmatz hat eine Choreografie aus Bewegung, Stimme und dem Vorgang des Essens geschaffen. Mit Stapeln von weißem Din A4-Esspapier in Händen lösen sich die 14 Tänzer in bunter Alltagskleidung aus dem Zuschauerraum und verteilen sich auf der leeren Spielfläche, die den Blick auf die Architektur der Jahrhunderthalle freigibt und über der acht Neonröhren baumeln.

  Im Laufe der gut einstündigen Performance werden die sechs Frauen und acht Männer das Papier aufessen - in stillen Momenten hört man nur das Blätterknispern. Denn sie kauen unermüdlich, jeder verschlingt auf individuelle Weise das Esspapier. Dabei kauern sie meist auf dem Boden, verrenken, rekeln sich und verfallen in Zuckungen. Mit ihren Stimmen sorgen die Tänzer auch für einen Klangteppich. Sie stoßen Würgegeräusche und andere seltsame Laute aus, summen, brummen, singen (unter anderem von King Kong) und einmal erzählen sie auch eine Geschichte - Christophe Tarkos´ "Le bonhomme de merde" (Der Mann aus Scheiße). Zu verstehen ist das alles recht schlecht - und das liegt nicht nur an dem Sprachenmix. Es entsteht eine Kakafonie mit ruhigen, aber auch recht dynamischen Passagen.  

Am Ende picken die Tänzer einzelne Bröckchen vom Boden, doch Charmatz hat Erbarmen mit seiner Compagnie und dem Publikum, die Aufführung endet, bevor der Boden wieder krümelfrei ist. Ein zähes Spektakel, für das die Tänzer wohlwollenden Applaus ernten.  

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