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Ausstellung im LWL-Industriemuseum

Zwischen Heimatstolz und Kommerz

bochum Das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover beleuchtet die Erinnerungskultur und geht der Frage auf den Grund, wo Heimatstolz endet und gezieltes Marketing beginnt.

Zwischen Heimatstolz und Kommerz

LWL-Museumsleiter und Kurator Dietmar Osses führt die Presse einen Tag vor der offiziellen Eröffnung durch die Ausstellung „Revierfolklore“. Foto: Freddy Schneider

Wenn eine Bäckerei mit Bildern von Trinkhallen werben möchte, ist das dann Heimatstolz oder Marketing? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Ausstellung „Revierfolklore“, die am Freitag um 19 Uhr im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum eröffnet.

„Wir urteilen dabei nicht, was gute oder schlechte Tradition ist“, stellt Dietmar Osses, LWL-Museumsleiter, klar. Das soll der Besucher selbst entscheiden. Die Ausstellung beginnt mit einem Regal, in das Gäste etwas hineinlegen können, was sie an das Ruhrgebiet erinnert. „Wir freuen uns, wenn sich das Regal schnell füllt“, sagt Osses.

Diese Stücke zeigt die Ausstellung Revierfolklore

Das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover ist der Veranstaltungsort der Ausstellung "Revierfolklore", die bis zum 28. Oktober 2018 zu sehen ist.
Ruhrgebietsstätte begannen damit, der Öffentlichkeit ihre grüne Seite zu zeigen.
Verschiedene Imageplakate aus vergangenen Zeiten spielen mit dem Klischee, dass das Ruhrgebiet dreckig ist.
Natürlich dürfen Filmklassiker in der Ausstellung "Revierfolklore" nicht fehlen: Ein Plakat für "Bang Boom Bang" hängt neben anderen bekannten Filmen in der Ausstellung.
Selbst die SPD schrieb sich die Currywurst, die so typisch für das Ruhrgebiet ist, auf die Fahne.
Die Sternbrauerei aus Essen wirbt für ihr Bier.
Ein Filmplakat für "Pottoriginale" spielt mit Klischees.
Ein "Dortmund - Ruhrpott" Poster, dessen Gestaltung an das Computerspiel "Grand Theft Auto" erinnert.
Im Vordergrund: Schlägel und Eisen, das Zeichen für den Bergbau. Im Hintergrund: ehemalige Bergmänner.
Die Bergmann Gummi-Ente.

Zweigeteilt ist die „Revierfolklore“: Unten gibt es eine ganze Palette von Ausstellungsstücken, im Malakowturm zeigt Museumsfotograf Martin Holtappels 80 Bilder von Förderwagen, die er in der Region gefunden hat.

Das Spektrum an Ausstellungsstücken reicht vom Wandteppich über die Bade-Ente in Steiger-Kluft bis zur Ruhrgebiets-Musik.

An Hörstationen können Besucher Interviews lauschen, die Osses und Historikerin Lisa Weißmann während Barbara-Feiern mit Bergleuten geführt haben.

Natürlich kommt die Bier-Tradition nicht zu kurz. „In Bochum trinkt man Fiege, egal ob es einem schmeckt oder nicht“, scherzt Osses und zeigt auf ein Werbeplakat der Brauerei.

Revier-Fans werden in der Ausstellung sicher das ein oder andere Mal schmunzeln müssen.

LWL-Industriemuseum Zeche Hannover, Bochum: „Revierfolklore“, 24.3.-28. 10., Günnigfelder Straße 251, Mi-Sa 14-18 Uhr, So/Feiertage 11-18 Uhr, Katalog: 19,95 Euro.

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