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Christina Hammer muss die ersten Rückschläge ihrer Box-Karriere wegstecken

rnDortmunder Boxerin

Es ist ruhig geworden um Christina Hammer, die ungeschlagene Box-Weltmeisterin im Mittelgewicht. Die Kariere ging bislang immer nach oben. Jetzt muss die Dortmunderin Rückschläge verkraften.

Dortmund

, 25.11.2018 / Lesedauer: 3 min

Die aktuelle Faktenlage ist wie ein Schlag in die Magengegend: Der zum Megafight aufgebauschte Kampf gegen die US-Doppelolympiasiegerin Claressa Shields auf unbestimmte Zeit verschoben, Kampfverbot bis Anfang 2019, dazu stark reduziertes Training, Manager Harald Pia weg. Und dazu eine Glutenunverträglichkeit, die sich als Grund allen Übels herausstellte. „Jetzt geht es mir aber wieder besser und ich blicke nach vorn“, sagte Christina Hammer.

Hammer glaubt an sich

Natürlich war es reiner Zufall, aber das Bild hatte zugegebenermaßen einen gewissen Symbolcharakter. Als Christina Hammer am Mittwoch in Dortmund wie gewohnt auf dem Weg zum Training in die Halle war, da hielt sich gleichzeitig auch die Berufsfeuerwehr im Innenraum fit. Der Gedanke, dass es an allen Ecken brennt, lag da nur allzu nah. „Nein“, versicherte die Dortmunder Boxerin, „ich glaube an mich. Ich bin das erste Mal in meiner Karriere ernsthaft krank gewesen und werde wieder stark zurückkommen.“

Warum eigentlich zurückkommen, war Christina Hammer im Juni dieses Jahres - also gerade mal vor vier Monaten - nicht noch auf dem Höhepunkt ihrer Laufbahn? Die 28-Jährige, die seit 2010 die Mittelgewichtsklasse beherrscht, seit 23 Kämpfen ungeschlagen ist und davon zehn Fights durch K.o. vorzeitig beendete, stand nach einer erfolgreichen WM-Verteidigung gegen Tori Nelson in Detroit endlich vor dem Gipfel: Dem mehrfach angekündigten und ebenso oft verschobenen Mega-Fight gegen die Doppel-Olympiasiegerin Claressa Shields, die mit Provokationen und Beleidigungen in Richtung Hammer auch außerhalb des Rings für Schlagzeilen gesorgt hatte. Mit einem Sieg in diesem Vereinigungskampf der vier großen Weltverbände hätten sich für Christina „Lady“ Hammer ungeahnte Möglichkeiten in den USA aufgetan. Auch in finanzieller Hinsicht.

Christina Hammer muss die ersten Rückschläge ihrer Box-Karriere wegstecken

Clarissa Shields fiel durch Provokationen gegenüber Christina Hammer vor dem später geplatzten Kampf auf. © dpa

Rückblick. Schon kurz nach dem Kampf am 22. Juni gegen Tori Nelson in Detroit klagte Hammer über Probleme in der Magengegend. „Es ging mir nicht gut“, blickt sie zurück. Anfang Oktober folgte dann die Absage für den auf den 17. November terminierten Vereinigungskampf gegen Shields in Atlantic City. Shields machte über die sozialen Medien die Absage öffentlich, sprach von einer „unbekannten Krankheit“ ihrer Gegnerin. Hammer meldete sich via Instagram ebenfalls zu Wort und bestätigte, dass die Ärzte den Kampf verboten hätten. Genauere Infos blieben jedoch zunächst aus.

Auf Anfrage lüftete Christina Hammer jetzt das Geheimnis. „Ich konnte nicht mehr trainieren, war müde, es ging mir absolut nicht gut. Es stellte sich heraus, dass ich eine Glutenunverträglichkeit habe. Mein Darm war entzündet“, so die Faustkämpferin: „Ich konnte keine Topleistung bringen, die aber nötig gewesen wäre, um gegen Shields zu gewinnen.“ Ärzte empfahlen ihr eine Ernährungsumstellung. „Ich esse kein Brot mehr, keine Nudeln, einfach keine Weizenprodukte“, sagt Hammer.

„Ich konnte nicht mehr trainieren, war müde, es ging mir absolut nicht gut.“
Christina Hammer

Ihr Manager Harald Pia, nie um einen Superlativ verlegen („Es wird der größte Kampf, den das Frauen-Boxen jemals gesehen hat“), wollte diesen Weg nicht mitgehen und kündigte die Zusammenarbeit mit Christina Hammer auf. „Er wollte, dass ich im November gegen Shields kämpfe“, erklärte die Mittelgewichts-Weltmeisterin. „Harald hat gute Arbeit geleistet, ich bin ihm dankbar, es ist kein böses Wort gefallen.“

Der Blick geht nach vorne

Im Binnenverhältnis zwischen Management und Sportlerin lief es zwar schon lange nicht mehr glatt, Christina Hammer blickt aber nur noch nach vorn. „Meine Gesundheit steht an erster Stelle, auch für mein späteres Leben nach dem Sport“, erklärte Christina Hammer. Natürlich benötige sie über kurz oder lang einen neuen Manager. Zusammen mit ihrem Trainer weilte sie vor wenigen Wochen in Kiew bei Vitali Klitschkos Agentur K2 und dem Weltverband WBC. Sie habe ihr ärztliches Attest vorgezeigt und „neue Impulse für die Zukunft mit nach Hause genommen.“ Was auch immer das heißen mag.

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