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Amateure fordern: "Finger weg vom Anstoß um 15 Uhr!"

KAMEN / KREISGEBIET "Ich wünsche ihren Lieblingsvereinen drei Punkte." Mit diesen Worten schloss Hermann Korfmacher die erste Bezirkskonferenz in der Kamener Stadthalle. In diesem Punkt waren sich der FLVW-Präsident und Teilnehmer einig. In anderen steckte Zündstoff.

von Ruhr Nachrichten

, 17.08.2008

Als Michael Schröer, Vorsitzender des SSV Mühlhausen, für die Interessen der Amateurfußballer und gegen das geplante dritte Sonntagsspiel in der Bundesliga das Wort ergriff, standen sich FLVW-Spitze und Basis mit geteilter Meinung gegenüber.

Die Versammlung wurde hellhörig, als der Vorsitzende des Fußballkreises Unna/Hamm, Horst Weischenberg, mehr Rücksicht für die Amateure einforderte.

"Mit Blick auf das dritte Sonntagsspiel wäre ein Einlenken durch Mithilfe Korfmachers wünschenswert und notwendig", sagte Weischenberg, der dem FLVW-Präsidenten zudem eine Protestnote der Vereine überreichte. Weischenberg verwies zudem auf die geringe Resonanz "seiner" Fußballer. Nur 15 von 56 Vereinen, darunter auch der BV Brambauer, hatten allerdings Abgeordnete nach Kamen geschickt.

Protestführer erntet großen Applaus Dass den Amateuren in Westfalen vor allem das geplante dritte Sonntagsspiel unter den Nägeln brennt, wurde deutlich, als Schröer die Bühne betrat. "Ich habe Verständnis für die DFL, die ihre Einnahmen erhöhen will. Kein Verständnis habe ich aber dafür, dass sich erst die Verbandsabgaben um 100 Prozent erhöhen und man uns nun auch noch die Einnahmen klauen will", mahnte der Vorsitzende des SSV Mühlhausen und erntete großen Applaus.

Er beklagte, dass der Verband kein Verständnis für die Ängste und Nöte der Vereine habe. "Wir werden nicht ernst genommen. So wird der Amateurfußball hingerichtet." Schröer forderte eine klare Aussage, ob die Sonntagsspiele um 14.45 Uhr ab der Saison 2009/10 schon beschlossene Sache seien. Sein Appell an die Verbandsspitze und den DFB: "Verkaufen Sie den Amateurfußball nicht!"

FLVW-Direktor Carsten Jaksch-Nink nahm gleich Stellung zu den Vorwürfen: "Es befindet sich alles in der Schwebe." Zunächst müsse das Kartellamt grünes Licht für die Pläne der DFL und der Kirch-Firma Sirius geben.

"Wir haben mit scharfer Klinge gefochten" Auch Korfmacher informierte die Vereine: "Wir haben mit scharfer Klinge für den Amateurfußball gefochten", versicherte der Verbandspräsident. Seit der Saison 1998/99 gebe es sieben Sonntagsspiele in der 1. und 2. Bundesliga. "Und dabei bleibt es. Wir mussten einen schmerzlichen Kompromiss finden", so Korfmacher.

Michael Schröer aus Mühlhausen erhob keine Einwände gegen die Anzahl, sondern gegen die Anstoßzeiten der Profispiele. Er mahnte an: "Finger weg von 15 Uhr. Der Nachmittag gehört dem Amateurfußball!"