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Amateurvereine fordern: "Finger weg von 15 Uhr"

LÜNEN Die erstmals in Kamen-Kaiserau durchgeführte Bezirkskonferenz der Fußballvereine im Fußball- und Leichathletikverband Westfalen (FLVW) beinhaltete reichlich Zündstoff. Insbesondere FLVW-Präsident Hermann Korfmacher verspürte kräftigen Gegenwind seitens der Basis.

von Von Marc Stommer

, 21.08.2008
Amateurvereine fordern: "Finger weg von 15 Uhr"

"Ein schmerzlicher Kompromiss": FLVW-Präsident Hermann Korfmacher.

Streitpunkt war die Erhöhung der Sonntagsspiele in der 1. Bundesliga auf drei sowie die Pläne der Deutschen Fußballliga (DFL) und des Bezahlfernsehens, die Anstoßzeiten vorzuziehen. Horst Weischenberg, Vorsitzender des Fußballkreises Unna/Hamm forderte in seiner Rede mehr Rücksicht für die Amateure ein: "Mit Blick auf das dritte Sonntagsspiel wäre ein Einlenken durch Mithilfe Korfmachers wünschenswert und notwendig." Weischenberg überreichte eine Protestnote der Vereine aus dem Kreis Unna an Korfmacher.

Dass den Amateuren in Westfalen vor allem das geplante dritte Sonntagsspiel förmlich unter den Nägel brennt, wurde spätestens deutlich, als Michael Schröer, Vorsitzender des Westfalenligisten SSV Mühlhausen (Unna) die Bühne betrat. "Ich habe Verständnis für die DFL, die ihre Einnahmen erhöhen will. Kein Verständnis habe ich aber dafür, dass sich erst die Verbandsabgaben um 100 Prozent erhöhen und man uns nun auch noch die Einnahmen klauen will", mahnte er und erntete großen Applaus. "Wir werden nicht ernst genommen", beklagte Schröer weiter: "So wird der Amateurfußball hingerichtet." Schröer forderte eine klare Aussage, ob die Sonntagsspiele um 14.45 Uhr ab der Saison 2009/10 schon beschlossene Sache seien. Sein Appell an die Verbandsspitze und den DFB: "Verkaufen Sie den Amateurfußball nicht. Finger weg von 15 Uhr!""Wir mussten einen schmerzlichen Kompromiss finden"

Verbandspräsident Korfmacher äußerte sich wie folgt: "Wir haben mit scharfer Klinge für den Amateurfußball gefochten, allerdings bleibt es bei den Sonntagsspielen in der 1. und 2. Bundesliga. Wir mussten einen schmerzlichen Kompromiss finden." Ob dies auch eine vorgezogene Anstoßzeit beinhaltet, darauf gab FLVW-Direktor Carsten Jaksch-Nink folgende Antwort: "Es befindet sich alles in der Schwebe." Zunächst müsse das Kartellamt grünes Licht für die Pläne der DFL und der Kirch-Firma Sirius geben.

"Ich finde die Überlegungen auch nicht gerade prickelnd", meint Reinhold Spohn, Kreisvorsitzender des Fußballkreises Herne/Castrop-Rauxel, und Teilnehmer an der Konferenz. "Die Anzahl der Sonntagsspiele ist im Grunde egal, sie dürfen aber auf keinen Fall vor 18 Uhr stattfinden", fordert Spohn. Den von Korfmacher angesprochenen "schmerzlichen Kompromiss" interpretiert Spohn allerdings anders: "Ich glaube, dass die Spiele zu früheren Anstoßzeiten als bisher ausgetragen werden. Der DFB ist da eben auch an gewisse Vorgaben seitens der Vereine gebunden."

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