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Andere Derbys und einige Schlupflöcher

Fußball-Kreis-Strukturreform

Kein Kreis Lüdinghausen mehr? Dafür ein Kreis Unna, dessen fußballerische Grenzen genauso verlaufen wie die politischen? Das ist seit dem Wochenende in die Wege geleitet. Allerdings gibt es Schlupflöcher für die Vereine.

KREISGEBIET

von Von Florian Groeger

, 17.10.2011
Andere Derbys und einige Schlupflöcher

Die neue Struktur der Fußball-Kreise in Westfalen soll sich an den politischen Grenzen orientieren. Ausnahme: Bottrop. Die kreisfreie Stadt gehört fußballerisch nicht zu Westfalen.

So erklärte FLVW-Direktor Carsten Jaksch-Nink am Montag auf Anfrage: „Theoretisch kann jeder Verein einen Antrag auf Kreiswechsel stellen. Allerdings wird dem nur entsprochen, wenn triftige Gründe vorliegen.“ Als Beispiel dient der Südzipfel des Kreises Unna. Hier könnten die Schwerter Klubs den Antrag stellen, im Kreis Dortmund zu spielen. Theoretisch wäre auch die Fusion zweier Kreise möglich. „Das würden wir ausdrücklich begrüßen“, so Jaksch-Nink.

Die Neuordnung orientiert sich an den politischen Kreisen, die seit 1975 bestehen. „Ich bin ein Freund der Demokratie. Diese Entscheidung wird wohl nicht einstimmig fallen, aber es ist doch sehr wahrscheinlich, dass die Struktur genau so umgesetzt wird“, erklärte Jaksch-Nink.Dem Problem der wegfallenenden Derbys – wie im Kreis Lüdinghausen zwischen dem Werner SC und dem SV Herbern und auch zwischen den Selmer und Olfener Vereinen – sieht Jaksch-Nink gelassen entgegen. „Einige brisante Vergleiche fallen weg, dafür ergeben sich aber auch neue, höchst interessante Partien. Da sollte man nicht zu sentimental sein.“

Aufgrund der überkreislichen Reform, die bereits zur kommenden Saison 2012/13 in Kraft tritt, wird es in Zukunft deutlich weniger Bezirksliga-Aufsteiger geben. Es ist davon auszugehen, dass sich im neu entstehenden Fußballkreis Unna drei A-Kreisligen bilden. Problem: Nur einer der drei Meister schafft nach einer Aufstiegsrunde den Sprung in die Bezirksliga. „Das führt zu einer Leistungsverdichtung. Die Aufsteiger haben dann eine größere Chance, in der Bezirksliga zu bestehen“, so Jaksch-Nink, der in der Reform noch einen weiteren entscheidenden Vorteil sieht. Fördermaßnahmen, beispielsweise Zuschüsse zum Bau neuer Sportanlagen, könnten die Vereine in vereinfachter Form bei den zuständigen Kommunen beantragen.

Werner Kretschmer, Vorsitzender des Fußballkreises Lüdinghausen, sieht die Entwicklung kritisch. „Ich habe 35 Jahre für den Kreis Lüdinghausen gekämpft. Es wäre schade, wenn er jetzt aufgelöst würde. Aber wenn es eine demokratische Mehrheit für diese neue Struktur gibt, dann muss man sich ihr natürlich beugen.“

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