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Auf dem Einrad zur Öffentlichkeit

DORSTEN Den Olympischen Spielen sei Dank, stehen alle vier Jahre auch mal die Sportler im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, denen ansonsten kaum Beachtung geschenkt wird. Ist man jedoch Weltmeister im Einrad-Sport, darf man schon froh sein, wenn der Bund Deutscher Radfahrer zur Weltmeisterschaft ein T-Shirt spendiert.

Auf dem Einrad zur Öffentlichkeit

<p>Maren Sender, Einradfahrerin in Aktion. privat</p>

Maren Sender, erst 15 Jahre alt und bereits Weltmeisterin der Senioren über 800 Meter Einrad, kann davon ein Lied singen. Während ihre Kollegen beim Fußball oder Tennis in diesem Alter bereits üppige Sponsoren- und Preisgelder kassieren und ihre Auftritte via TV in die ganze Welt übertragen werden, fristet der Einrad-Sport ein kümmerliches Dasein.

Eberhard Matschinsky, Pressesprecher des ERC Dorsten. "Bei einer großen Convention wie in Dänemark muss der Sportler fast alles aus eigener Tasche zahlen. Nur das Startgeld hat der Bund Deutscher Radfahrer übernommen. Da kommen an einem langen Wochenende schon mal schnell über 800 Euro zusammen. Und gewinnen kann man nichts."Ein Blick in Richtung Profitum

Wie es in anderen Sportarten läuft, erlebt Matschinsky jeden Tag. Als stellvertretender Leiter der Gesamtschule Berger Feld, die eng mit dem FC Schalke 04 kooperiert, kennt der engagierte Einradfahrer die Gepflogenheiten im Profisport ganz genau.

"Den Jungs steht rund um die Uhr ein Physiotherapeut zur Verfügung. Dazu werden Gelder gezahlt, bei denen einem Lehrer sofort schwindelig wird." Beim ERC ist man dagegen schon froh, wenn Weltmeisterin Maren Sender für ihren Trainingsanzug dank der Unterstützung einiger Gönner nur die Hälfte der Kosten übernehmen muss.

Sicherlich kein Einzelfall in der ungerechten Verteilung der Sponsorengelder im Spitzensportbereich, aber auf Dauer eben ganz schön frustrierend. Doch was wünscht sich ein Einradfahrer, damit vielleicht doch irgendwann mal potenzielle Sponsoren auf diesen attraktiven Sport aufmerksam werden?"Hoffen auf Anerkennung"

Matschinsky: "Ich hoffe, dass die Qualität der Leistung mehr öffentliche Anerkennung findet. Wenn zum Beispiel eine Maren Sender 10 km auf dem Einrad in nur 31 Minuten zurücklegt, ist das schon eine sportliche Höchstleistung, die mehr Aufmerksamkeit verdient."

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