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Aus Wethmar zur Weltmeisterschaft

Fußball in Lünen

Vom Heimatverein auf die Bühne des Weltfußballs. Wer sich den Traum sportlich nicht erfüllen kann, dem stehen andere Wege offen – wie Niklas Rogge, Fußballspieler beim TuS Westfalia Wethmar.

Wethmar

, 16.07.2018
Aus  Wethmar zur Weltmeisterschaft

Niklas Rogge war während der WM in Russland als Volunteer aktiv. Dabei war er den Profis auch ganz nah. © Foto: Rogge

TuS Westfalia Wethmar. Wehrenboldstraße. Niklas Rogges fußballerische Heimat. Szenenwechsel. Sankt Petersburg samt Stadion mit 67.000 Zuschauern. Heimat auf Zeit.

Kein einfacher Tourist

Niklas Rogge ist seit dem 1. Juni in Russland und kehrt erst am Mittwoch aus dem Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft zurück. Damit war er länger vor Ort als die deutsche Nationalmannschaft, als alle deutschen Schiedsrichter. Doch Rogge ist kein einfacher Tourist, der im „Monat des Fußballs“ von Spiel zu Spiel reist. Der 21-Jährige trägt als Volunteer seinen Teil zum größten Sportturnier der Welt bei.

Dort hat er alle Hände voll zu tun. Rogge arbeitet im sogenannten „Volunteer Management“, kümmert sich also um Anreise, Uniform und Probleme der anderen Freiwilligen beim vierwöchigen Fußballspektakel. „Das hört sich vielleicht ziemlich monoton an, ist es aber nicht. Nebenbei organisieren wir Events und Freizeitaktivitäten, um die Volunteers auch an ihren freien Tage bei Laune zu halten“, sagt Rogge, der Teil eines rund 40-köpfigen Teams ist, das sich um die 1650 Volunteers kümmert.

Vorbereitung der Choreografien

Doch das sind nicht alle Aufgaben des in Horstmar wohnenden Lüners. Der sperrige Begriff „Opening Ceremony Organising Committee“ gibt seine Nebenfunktion an. „Hier bereiten wir die Anfangschoreografien mit den großen Flaggen vor, Highlight ist dort, dass ich jedes Mal selbst vor dem Spiel mit auf dem Platz stehen darf“, erklärt Rogge. Er steht also auf der größten Fußballbühne der Welt, wenn die Hymnen der Favoriten und Außenseiter erklingen.

Aber wie nah kommt er neben der Organisation an das Sportliche heran? „Nimmt man diese Frage wörtlich, dann komme ich ziemlich nah an die Spieler dran – sogar bis auf zwei Meter. Das ist dann aber auch nur bei den Eröffnungszeremonien der Fall, wo mein Platz einfach unmittelbar hinter den Spielern ist“, so Rogge. Hätte er näher an die Besten der Welt herangewollt, hätte er die Funktion „Doping Control“ wählen müssen, scherzt er: „Da hat man den eindeutig intensiveren Bezug zu den Teams.“

Fußballerische Weiterbildung

Nichtsdestotrotz kann sich der Offensivspieler, der vor allem für die U23 der Westfalia kickt, auch fußballerisch weiterbilden. „Ich habe mir auch häufiger schon Trainingseinheiten angeschaut“, so Rogge. Das Sportliche werde nicht vernachlässigt. „Wir haben angrenzend an unser Hotel einen Fußballplatz, wo wir abends häufig miteinander eine Runde kicken“, sagt er beim Gespräch in der zweiten Juliwoche, als er sich gerade auf dem Weg zu einem „richtigen Fußballspiel“ befindet, das auf dem Trainingsgelände des Vizeweltmeisters Kroatien ausgetragen wird. Rogge traf anschließend vier Mal.

Doch wie kommt man zu diesem Erlebnis? „Das kam relativ spontan und unerwartet“, antwortet Rogge. Der Management-Student war im Januar zu Studienzwecken in Sankt Petersburg, beschäftigte sich bei der Schulung dort auch mit Fragen zur Weltmeisterschaft. Rogge erklärt: „Im Rahmen dieses Programms haben wir auch das Volunteer Center besuchen dürfen. Bei einer Stadionführung mit meinem jetzigen Chef, Alexander Maximov, hatte der wohl mein Interesse und auch teilweise schon Wissen zu der Organisation von Fußballspielen bemerkt.“ Zwei Tage später dann die Nachricht: Der Lüner darf als Volunteer dabei sein. „Da musste ich nicht zweimal überlegen und habe direkt zugesagt“, sagt Rogge. Dafür zahlte er die Anreisekosten gerne selbst, Unterkunft, Spesen und Nutzung der Metro werden gestellt.

Über Moskau nach Lünen

Während der WM steht ganz klar der Job im Mittelpunkt, zum Urlauben ist der TWW-Akteur nicht in Russland: „Ich arbeite in einer Woche um die sechs Tage. Das ist aber auch völlig in Ordnung, da ich ja immerhin deswegen hier hergekommen bin.“ Dennoch hat er in den sechs Wochen vor Ort Zeit gefunden, um „Land und Leute“ zu erkunden. „Ich habe hier schon viele neue Freundschaften und interessante Kontakte geknüpft. Dabei rede ich sowohl von russischen, als auch von internationalen Freundschaften. Ich kann es kaum erwarten, diese dann, hoffentlich zeitnah, wiederzusehen“, sagt Rogge. Nach dem Spiel um Platz drei dann wieder Szenenwechsel. Von der russischen Millionenmetropole ging es über Moskau wieder nach Lünen.

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