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"Beim Fußball habe ich nie gefastet" - Hasan Kayabasi über den Ramadan

RN-Interview

LÜNEN Der islamische Fastenmonat Ramadan hat begonnen. Einen Monat lang nehmen strenggläubige Muslime vor dem Sonnenauf- und Sonnenuntergang keine Nahrung zu sich. RN-Mitarbeiterin Carina Püntmann sprach mit Hasan Kayabasi, dem Technischen Leiter des Fußball-Bezirksligisten Lüner SV.

von Carina Püntmann

, 12.08.2010
"Beim Fußball habe ich nie gefastet" - Hasan Kayabasi über den Ramadan

Hasan Kayabasi, Technischer Leiter des Lüner SV, befindet sich zur Zeit im Urlaub in der Türkei: "Es ist sehr heiß und man hat richtig Durst, darf aber erst nach Sonnenuntergang trinken. Das ist wirklich sehr schwer."

Wie halten Sie es persönlich mit dem Ramadan? Kayabasi: Ich halte mich an den Ramadan. Dennoch ist es derzeit sehr schwer, da ich im Urlaub in der Türkei bin. Es ist sehr heiß und man hat richtig Durst, darf aber erst nach Sonnenuntergang trinken. Das ist wirklich sehr schwer.Wie wirkt sich der Ramadan auf die Leistung der Spieler vor allem der ersten Mannschaft aus?Kayabasi: Im Moment kann ich das nicht sagen, da ich nicht vor Ort bin. Aber ich kenne die einzelnen Akteure und kann sagen, dass diese nicht strenggläubig sind. Das heißt, dass sie nicht fasten. "Das Essen an sich ist kein Problem"Wie haben Sie es gehandhabt, als sie selbst noch Spieler waren?Kayabasi: Beim Fußball habe ich an Trainings- und Spieltagen nie gefastet. Ich empfehle es auch keinem leistungsorientierten Spieler. Man muss Leistung bringen. Und das geht nur sehr schwer, wenn man nicht genügend Nahrung zu sich nimmt.Fällt es Ihnen nicht schwer, wenn Sie Nicht-Muslime mittags beim Essen sehen?Kayabasi:Nein das fällt mir nicht schwer. Denn das Essen an sich ist kein Problem. Darauf kann man verzichten. Aber beim Trinken ist es schon eine Sache. Das fällt einem nicht leicht. Dennoch werde ich es durchziehen!ZUR PERSONHasan Kayabasi soll als Technischer Leiter dem in die Bezirksliga abgestürzten Lüner SV beim Wiederaufbau helfen. Der 36-Jährige besitzt viele Kontakte im Kreis Dortmund und will diese spielen lassen, um in der Kampfbahn Schwansbell wieder eine schlagkräftige Truppe aufzubauen. Wie es mit dem Aufstieg funktioniert, lernte er bereits als Spieler beim SC Fatih, mit dem er den Sprung in die Landesliga schaffte. Dort hielt sich der türkische Klub aus dem Norden Dortmunds immerhin fünf Jahre. Im Abstiegsjahr übernahm er in der Winterpause den Trainerposten von Michael Griehsbach, konnte den Abstieg aber nicht verhindern. In der Bezirksliga ließ er ebenfalls seine Beziehungen spielen und erreichte mit einer jungen Mannschaft den Klassenerhalt. Danach übernahm er den damaligen Bezirksligisten VfL Kemminghausen und rettete den Klub durch viele Verpflichtungen vor dem Abstieg. Beim A-Ligisten Ay Yildiz Derne arbeitete er mit dem heutigen zweiten Vorsitzenden Imdat Acar zusammen. Das Duo baute eine schlagkräftige Mannschaft auf, die in der Hinrunde sicher Herbstmeister wurde. Zur Sache: Das ist der RamadanDer Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und der islamische Fastenmonat. Tausenden Muslime in Deutschland, aber auch für Millionen in der Welt begann der Fastenmonat Ramadan 2010 am 10. August. Bis zum 9. September wird gefastet. Natürlich gibt es auch Muslime, die nicht beim Fasten mitmachen werden oder sich nicht an die Grundsätze dieses Glaubens halten. Es gibt aber auch Ausnahmen, wie zum Beispiel Kranke oder Schwangere Menschen, die nicht am Fastenmonat teilnehmen müssen. Einen Monat lang nehmen gläubige Muslime, die die Regeln des Ramadan befolgen,  zwischen Sonnenaufgang und -untergang keine Nahrung zu sich.

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