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Diskussionsabend zu den Sparmaßnahmen

"Bittere Pille" für den Dorstener Sport

WULFEN Die Dorstener Sportler scheinen sich mit den Einsparungen des Stärkungspakts zähneknirschend abgefunden zu haben – das ist das Ergebnis des Diskussionsabends, zu dem der Stadtsportverband am Montag in die Räume des TSZ Royal Wulfen eingeladen hatte.

Hitzige Wortgefechte zwischen der Stadtspitze und den rund 40 Vereinsvertretern blieben jedenfalls aus. Dabei bot die Veranstaltung eine Menge Zündstoff. Wie in allen Bereichen soll auch im Dorstener Sport in den kommenden Jahren kräftig gespart werden. Bis 2021 insgesamt rund 550 000 Euro pro Jahr. Hintergrund ist der Schuldenberg der Stadt Dorsten von rund 330 Millionen Euro. Der Sanierungsplan soll in der Ratssitzung am 27. Juni abgenickt und der Bezirksregierung drei Tage später vorgelegt werden. Kommt das Okay aus Münster, bleibt Dorsten zumindest eingeschränkt handlungsfähig. Wird der Plan von der Bezirksregierung abgelehnt, drohen restriktive Sparvorgaben. Die würden vor allem den Sport hart treffen, denn der fällt in den Bereich „freiwillige Leistungen“ – und die würden dann nach Möglichkeit komplett gestrichen.

Soweit die Theorie. In der Praxis werden die Vereine die Einsparungen ab 2013 spüren. „Wir wissen, dass das eine bittere Pille ist. Aber unser Ziel ist es, keine Strukturen zu zerschlagen“, sagte Bürgermeister Lambert Lütkenhorst, ehe der 1. Beigeordnete Gerhard Baumeister die konkreten Sparmaßnahmen im Sportbereich erklärte. Die sind in acht Punkte unterteilt. Unmittelbar spüren werden die Vereine die Verdoppelung der Gebühren für die Nutzung der Sporthallen (derzeit für SSV-Mitgliedsvereine 1 Euro für 45 Minuten) und die Kürzung der Zuschüsse für die Unterhaltung der Sportplätze um 4000 Euro auf 9000 Euro je Sportanlage.

Zudem soll die Hälfte der Sportpauschale, die derzeit etwa 200 000 Euro beträgt, in Zukunft ausschließlich für den Erhalt der städtischen Sportstätten dienen, also nicht mehr für neue Investitionen zur Verfügung stehen. Weitere 200 000 Euro sollen perspektivisch durch einen Sportstättenbedarfsplan eingespart werden, der Hallenschließungen zur Folge haben wird. Auch die Bündelung von zwei Fußballvereinen auf einer Anlage schloss Baumeister in der anschließenden Diskussion nicht aus. Problematisch dürfte auch die Streichung des Zuschusses für das Büro des Stadtsportverbandes werden. „Ehrenamtlich können wir das nicht leisten. Dann gibt es keinen SSV mehr“, sagte Vorsitzender Helmut Winkler. Zumindest hier deutete sich schon am Montagabend eine Lösung an. Denkbar wäre ein Entgegenkommen der Stadt bei zusätzlicher Beteiligung der Vereine. 

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